Revier: Gottesfürchtiger Waidmann

25. Februar 2005, 10:28
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Kärntens Bischof Alois Schwarz auf der Pirsch im "eigenen" Revier

"Es ist ein wunderschönes Erlebnis, Auerhahn und Birkwild zu beobachten, wenn es in den frühen Morgenstunden in den Sonnenaufgang tanzt." Der dies sagt, ist nicht nur irgendein begeisterter Wanderer und Waidmann, es ist Kärntens Bischof Alois Schwarz. Auf die Pirsch geht der aus Niederösterreich stammende Bauernsohn, der in jungen Jahren im Gemeindewald auf die Jagd ging, heute nur im "eigenen" Revier.

Und davon hat er wahrlich genug. Das Bistum Gurk, im Jahre 1074 von Gräfin Hemma von Zeltschach der Kirche gestiftet, ist das Mensalgut des jeweiligen Diözesanbischofs der Diözese Gurk-Kärnten. 12.500 Hektar umfassen die ausgedehnten Ländereien, davon sind etwa 9500 Hektar Wald- und Forstbesitz. Hin und wieder, so wie es seine kostbare Zeit eben zulässt, begleitet der Bischof seine Förster in die ausgedehnten Wälder und erfreut sich am Erlebnis mit der Natur. Er ist auch oberster Chef des riesigen Wald- und Forstunternehmens des Bistums, das neben Holzwirtschaft auch Jagd und Fischerei betreibt.

Im Einklang mit der Schöpfungsordnung

Die Jagd ist für den Hubertusjünger im Einklang mit der Schöpfungsordnung "auch eine Form der Gestaltung der Natur". Diese müsse "sorgsam und behutsam" erfolgen, sagt der Kärntner Oberhirte. Die Hege nimmt für Bischof Schwarz daher einen sehr hohen Stellenwert ein. So setzt er sich sehr stark für den Erhalt seltener heimischer Wildarten ein.

Auch die Nutzung des Waldes erfolgt in Zeiten wachsenden globalen Drucks - so gut es eben gehe - sanft. So setzt das Bistum zur Holzernte nicht nur Erntemaschinen ein, sondern lässt es überall dort, wo es möglich ist, von Forstarbeitern einbringen. Auch nachhaltige Energienutzung wird im Bistum Gurk großgeschrieben. Neben zwei kleineren Wasserkraftwerken wird auch eine Biofernwärmeanlage betrieben. Bischof Alois Schwarz: "Die Verantwortung für die Schöpfung verpflichtet uns zum nachhaltigen Wirtschaften und zum sorgsamen Umgang mit den Ressourcen." (stein/DER STANDARD; Printausgabe, 24.11.2004)

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