"28-Mann-Kader ist notwendig"

1. Dezember 2004, 15:12
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Jara und Svetits sagten am Dienstag aus - Ordnungsstrafe für Jara wieder aufgehoben

Innsbruck - Mit Kaiserslautern-Trainer Kurt Jara und dem ehemaligen Austria-Wien-Sportdirektor Peter Svetits traten am Dienstag prominente Zeugen beim FC Tirol-Prozess als Zeugen auf. Beide beteuerten, dass ein 28-Mann-Kader notwendig sei im Fußball, will man in Österreich mit der Spitze mithalten. Martin Schneider, ehemaliger Finanzchef beim FC Tirol und der letzte Mitarbeiter des in Konkurs gegangenen Klubs, belastete Ex-Manager Robert Hochstaffl und schilderte den Kriminalfall Parker-Leasing.

Ordnungsstrafe wieder aufgehoben

Zu Beginn des vierten Verhandlungstages gab es Aufregung um den ehemaligen Tiroler Meistertrainer Kurt Jara, der verspätet zu seiner Zeugenaussage kam. Richter Anton Mayr verhängte über den jetzigen Kaiserslautern-Coach bereits eine Ordnungsstrafe über 50 Euro, die er aber nach dem Erscheinen Jaras wieder aufhob. Jara sagte, seine Ansprechperson sei immer Robert Hochstaffl gewesen. "Um Finanzen habe ich mich nicht gekümmert." Zu Vorhaltungen der Staatsanwaltschaft, ein 28-Mann-Kader sei aufgeblasen, sagte Jara: "Das ist notwendig, das braucht man. Besonders wenn man international dabei sein will."

Auch Peter Svetits bestätigte die Vorstellungen Jaras, dass 28 Spieler nicht zu viel seien. Svetits dementierte Vorhaltungen, wonach beim Transfer von Radoslaw Gilewicz und Jürgen Panis Gelder geflossen seien. "Wir haben zwar fünf Millionen Schilling auf ein Treuhandkonto gelegt, gezahlt hätten wir aber nur, wenn Tirol den Nachweis erbracht hätte, dass der Verein die Transferrechte besessen hätte. Beide Spieler kamen kostenlos, da sie auf Grund ausstehender Gehälter aus den Tirol-Vertrag ausgestiegen sind." Svetits betonte auch, dass die Wiener Austria in der Saison 2002/03 dem FC Tirol geholfen hätte, die Personalkosten zu senken. Tirol hätte demnach teure Spieler verkaufen und abgeben können. "Wir hätten dem FC Tirol sechs Spieler kostenlos geliehen und auch deren Lohnkosten übernommen."

"Parker-Leasing-Geschäft war Betrug"

Martin Schneider, vom Juli 2001 bis zum Konkurs 2002 Finanzchef beim FC Tirol, beteuerte, dass das geplatzte Parker-Leasing-Geschäft Betrug war. Der FC Tirol hatte für einen 15-Millionen-Dollar-Kredit 450.000 Dollar Vorauszahlung geleistet, das Geld aus dem Kredit nie bekommen.

Schneider verglich als Finanzchef auch die Zahlungen des FC Tirols an die Firma Global, und die Lohnzahlungen dieser Hochstaffl-Firma an die Spieler. "Da bemerkte ich ein Loch von 29 Millionen Schilling." Schneider erklärte auch, wie seiner Meinung nach das Budget beim FC Tirol explodiert sei: "Laut Zusatzvereinbarungen wurden Brutto-Gehälter als Nettogehälter ausgezahlt. Dadurch haben sich die Lohnkosten verdoppelt."

Der Prozess wird am Mittwoch unter anderem mit der Zeugenaussage des ehemaligen Innsbrucker Raiffeisen-Generals Fritz Hakl fortgesetzt. (APA)

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