Industrie für komplette Umstellung auf Bachelor und Master bis 2006

17. Februar 2005, 20:02
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Um "Titel- und Struktur-Wirrwarr" zu verhindern - Warnung vor "Mogelpackungen" - Industrie bietet attraktive Einstiegschancen

Wien - Die Industriellenvereinigung (IV) fordert eine "zügige" Umstellung des gesamten Studienangebots der Universitäten und Fachhochschulen auf das neue Studiensystem mit den Abschlüssen Bakkalaureat (Bachelor), Magister (Master) und Doktorat (PhD) bis zum Jahr 2006 (PhD bis 2008). Damit soll ein "Titel- und Struktur-Wirrwarr" verhindert werden, heißt es in einem Dienstag vorgestellten Memorandum der IV zur Einführung von Bachelor- und Master-Abschlüssen in Österreich. Darin verpflichtet sich die Industrie auch zu "attraktiven Einstiegschancen" für Bachelor-Absolventen.

Ob eine flächendeckende Einführung des neuen Studiensystems tatsächlich bis 2006 erfolgen kann, ist allerdings zweifelhaft. An den Unis etwa hat die anfängliche Begeisterung nachgelassen, im laufenden Studienjahr wurden nur 14 neue Bakkalaureat-Studien gestartet. Insgesamt gibt es damit etwas mehr als 170 verschiedene Studienmöglichkeiten, ein Bakkalaureat zu erreichen. Diesen stehen laut Bildungsministerium noch 250 "alte" Diplomstudien gegenüber.

Die IV jedenfalls unterstützt die Umstellung auf die neuen Abschlüsse, in der sie viele Chancen, wie etwa "verstärkte Internationalisierung, Verkürzung der Studienzeiten, mehr Praxisnähe, höhere Flexibilität des Angebots und Steigerung der Mobilität" sieht. IV-Generalsekretär Markus Beyrer warnte aber vor "Mogelpackungen": Die Umstellung auf die neue Studienstruktur sollte zur Überprüfung bisheriger Inhalte, Organisation und Arbeitsmarktrelevanz von Studienangeboten sowie zu einer Verkürzung der Studienzeiten genutzt werden. "Ein bloßes Überstülpen der neuen Abschlüsse auf bestehende Studienprogramme ist zu wenig", so Beyrer.

Wichtig ist der Industrie die Durchlässigkeit, also der Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium, unabhängig ob von Fachhochschule zur Universität oder umgekehrt. Als Entscheidungshilfe für Unternehmen und Lernende sollte ein Zusammenspiel von Akkreditierung, Evaluierung und Ranking dienen. (APA)

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