Reality mit Vorgaben für den Vorabend

7. Dezember 2004, 14:31
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Die unendliche Seifenoper: ORF sinniert noch immer über Daily Soap - "Ist der Zeitpunkt noch richtig, damit zu beginnen?"

Die erste urkundliche Erwähnung des Themas im Zusammenhang mit dem Küniglberg datiert aus den Neunzigerjahren des vorigen Jahrhunderts. Bis Jänner 2005 hat sich Programmdirektor Reinhard Scolik nun eine definitive Entscheidung vorgenommen: Bastelt der ORF eine eigene Daily Soap?

Acht bis neun Millionen Euro pro Jahr dürfte eine solche Vorabendserie kosten, schätzt Scolik auf STANDARD-Anfrage. Damit die Kosten in diesem Rahmen bleiben, müsste der ORF die Soap aber zumindest zwei Jahre produzieren lassen.

Die Grundsatzfrage: "Ist der Zeitpunkt noch richtig, damit zu beginnen?" Wen derlei interessiert, der oder die "sitzt bei RTL oder ARD". Soll heißen: Schaut "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" oder "Marienhof". Dafür sprechen die Zuschauerzahlen von RTL: "GZSZ" hat meistens die höchsten aller privaten Programme in Österreich mit jenseits von 200.000 Menschen. Der ORF müsste seine Daily Soap ohnehin früher als "GZSZ" spielen - die RTL- Soap läuft parallel zur "ZiB 1".

"Scripted Reality"

Spätestens um 18.30 würde es im ORF losgehen, sagte Scolik Montagabend vor Journalisten. Und frühestens ab Anfang 2006, wenn sich der ORF im Jänner dafür entscheidet.

Schneller geht es mit einer Serie aus dem Genre "Scripted Reality" wie "Lenßen & Partner" bei Sat.1. Die Handlung ist vorgegeben, nicht aber die Dialoge. Schon im März 2005 soll derlei im ORF-Vorabend laufen. Einzige Präzisierung Scoliks: "kein Krimigenre" wie das Sat.1-Format.

Abseits dieser Pläne will Scolik 2005 vor allem in den Hauptabend investieren und die Schwerpunkte klarer herausarbeiten. Seine Angaben: Montag als Serienabend, Dienstag dominiert (noch) der "Bulle von Tölz", Mittwoch TV-Movies, Donnerstag als "junger Show-Termin", Freitag und Samstag ebenfalls Shows. Apropos: Scolik plant eine neue Datingshow. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 24.11.2004)

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    ORF-Programmdirektor Reinhard Scolik

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