Uhu brütet - bitte nicht stören

25. Februar 2005, 10:28
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Für seine Beutezüge nutzt der Uhu (Bubo bubo) die Dämmerung und die Dunkelheit der Nacht: Seine großen, orangegelben Augen sowie sein Kopf, der bis zu 270 Grad drehbar ist, erleichtern ihm das Jagen unter schlechten Sichtverhältnissen.

Dabei stürzt sich die mit 1,70 Meter Flügelspannweite größte europäische Eule geräuschlos aus der Luft oder von einem Ansitz auf ihre Nahrung: Säuger und Vögel (Mäuse, Ratten, Tauben, Krähen) sowie fallweise auch Junghasen, Rebhühner und Fasane. Letzteres macht den Uhu bei Weidmännern, die Wildtiere immer noch als Nahrungskonkurrenten betrachten, unbeliebt; in der Vergangenheit fiel die Großeule oft Jägern zum Opfer.

Heute, wo der Wildtierschutzgedanke zunehmend auch in den Jagdrevieren Verbreitung findet, gehören Straßenverkehr, verwegene Kletterer sowie durch unwegsames Gelände führende Stromleitungen zu den schlimmsten Uhufeinden. Verkehr und Kletterer, weil sie die während der Brutzeit besonders störungsanfälligen Vogelweibchen aufstöbern, Stromleitungen, weil sich einzelne Tiere in ihnen verfangen.

Der Uhu bevorzugt abwechslungsreiche Wälder und brütet oft an felsigen Hängen. Im Wienerwald, neben dem Waldviertel das stärkste heimische Uhu-Verbreitungsgebiet, hoffen Vogelschützer deshalb auf die baldige Umsetzung der Biosphärenpark-Pläne - ein diesbezügliches Konzept soll im Sommer 2005 bei der Unesco eingereicht werden. In der Parkkernzone wäre der große Vogel völlig ungestört. (bri/DER STANDARD; Printausgabe, 23.11.2004)

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