Auerochsen statt Panzer

25. Februar 2005, 10:28
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Umwandlung von zwei Dritteln des Truppenübungsplatzes Allentsteig in einen Nationalpark gefordert

Nach fünf Jahrzehnten habe sich die zum Kriegüben benutzte Landschaft zu einem von niedrigen Büschen, Birken und Erlen bestandenen "Eldorado für das Großwild" gemausert, erläutert Andreas Piringer, Bezirkschef der Zwettler Grünen. In den Wasserpfützen, die sich in den von durchfahrenden Panzern hinterlassenen Furchen bilden, seien zudem "Kleinbiotope für Reptilien" entstanden.

Beides wichtige Gründe, um eine "Umwandlung von zwei Dritteln des Truppenübungsplatzes Allentsteig in einen Nationalpark" zu fordern - so, wie es die niederösterreichischen Grünen seit ihrer Landesversammlung am vergangenen Sonntag ganz offiziell tun. Anlass dazu gibt die geplante Heeresreform, im Zuge derer Abschied vom bisherigen Feindbild einer einmarschierenden Armee genommen wird. Sowie von den Mitteln, um sie zu bekämpfen, von Panzerverbänden etwa, die in Allentsteig bisher den Einsatz probierten.

Zudem sei der Tüpl "eines der bedeutendsten, großteils naturbelassenen Gebiete Österreichs", betont Piringer. Nur 5300 der insgesamt 16.000 Hektar würden land-oder forstwirtschaftlich genutzt. Der Rest: Ödland, auf dem sich der Wald, wie er das Waldviertel von Natur aus bedecken würde, langsam wieder breit macht. Das soll er auch weiterhin tun, wünscht sich der Grüne: Ein Nationalpark würde Besucher nur auf eigenen Korridoren zulassen; angesichts der vielen im Gelände verstreuten Munition scheint dies auch im Sinne der Besuchersicherheit sinnvoll.

Darüber hinaus sieht der Grünen-Plan auch die Ansiedlung von "Auerochsen und Wildpferden" vor. Dies berge "bedeutendes touristisches Potenzial", verspricht Piringer. Doch in den nahen Gemeinden stoßen die Überlegungen noch auf Skepsis. (bri/DER STANDARD; Printausgabe, 23.11.2004)

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