Investkredit rechnet nicht mit Zerschlagung

1. Dezember 2004, 16:02
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Vorstandschef Stadler: Können sowohl mit BA-CA als auch mit RZB als Mehrheitseigentümer "gut leben"

Wien - Die börsenotierte Investkredit Bank AG dürfte auch nach einer Übernahme in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben. "Es sollte sich nicht viel ändern, wir sind gut aufgestellt", sagte Investkredit-Vorstandschef Wilfried Stadler am Montag am Rande einer Pressekonferenz in Wien.

"Tätigkeitsbereich könnte sich erweitern"

Eine Beschneidung der jetzigen Geschäftsfelder der Bank durch einen neuen Mehrheitsaktionär sieht er nicht. "Im Gegenteil, der Tätigkeitsbereich könnte sich sogar erweitern", meint Stadler. Auch die Eigentümer einer neuen Aktionärsstruktur sollten kein Interesse daran haben, die wesentlichen Assets der gut laufenden Investkredit zu zerschlagen. Dazu zählt Stadler insbesondere auch die Geschäftsstelle in Frankfurt, die für die Wiener Unternehmenszentrale von wesentlicher Bedeutung sei.

Grundsätzlich könne die Investkredit mit beiden Kaufinteressenten - Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) und Raiffeisen Zentralbank (RZB) - für frei werdende Aktienpakete leben, sagte Stadler auf APA-Anfrage.

40-tägige Angebotsfrist läuft

Anfang November hatten BAWAG P.S.K. und Erste Bank ihre Pakete an der Investkredit den übrigen Syndikatsmitgliedern zum Kauf angeboten. Am vergangenen Freitag hatten BA-CA und RZB angekündigt, einen Kauf von Investkredit-Aktienpaketen zu prüfen. Damit wurde die im Übernahmegesetz vorgesehene 40-tägige Angebotsfrist ausgelöst. Verstreicht diese Frist ungenutzt, wird der Interessent automatisch für ein Jahr gesperrt.

Die ausschließlich für Unternehmen tätige Investkredit versteht sich in erster Linie als langfristiger Kreditfinancier für Mittel- und Großunternehmen. Die Bank verbinde die Aufgaben einer Unternehmensfinanzierungsbank mit jenen einer Immobilienbank und einer Treasury- und Veranlagungsbank.

Wechselseitige Aufgriffs- und Andienungspflichten

Die Investkredit befindet sich zu rund 80 Prozent im Eigentum der großen Bankengruppen in Österreich, den Rest halten Industrieunternehmen, Versicherungen, private Aktionäre und Mitarbeiter. Die Anteile im Banken-Syndikat sind durch wechselseitige Aufgriffs- und Andienungspflichten abgesichert. Nach Ablauf der festgelegten Fristen können Verkaufswillige ihre Anteile an Dritte abgeben - oder über die Börse verkaufen.

Die größten Investkredit-Aktionäre sind laut Internet-Homepage aktuell die BA-CA-Gruppe (rund 28 Prozent), die BAWAG P.S.K. (22,4), RZB (16,4), Erste Bank (12) und Wiener Städtische mit knapp 7 Prozent. Rund 10,5 Prozent der Anteile befanden sich im Streubesitz bzw. in Hand heimischer Industrieunternehmen. (APA)

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