Deutschlands Wirtschaft geht optimistisch ins Jahr 2005

2. Dezember 2004, 16:20
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IW-Studie: 39 Prozent der Betriebe erwarten steigende Produktion - 41 Prozent glauben an Export-Zunahme - Aufschwung am Arbeitsmarkt dauert aber noch

Berlin - Die deutsche Wirtschaft erwartet unterm Strich ein gutes Jahr 2005. Dies geht aus einer Umfrage unter mehr als 1.500 Unternehmen hervor, die das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft -IW - am Montag in Berlin vorstellte. Demnach rechnen 39 Prozent der Betriebe mit einer steigenden Produktion.

Die Hoffnung ruht dabei vor allem auf dem Ausland: 41 Prozent der Firmen meinen, dass der Export zulegen wird. Der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt wird nach allgemeiner Meinung allerdings noch auf sich warten lassen.

Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs

"Die deutsche Wirtschaft bleibt im nächsten Jahr auf Wachstumskurs, obwohl die konjunkturellen Risiken nicht zu übersehen sind", sagte Institutsdirektor Michael Hüther bei der Vorstellung der Studie.

Auf Grundlage der Umfrage bekräftigte Hüther die IW-Prognose, wonach das Bruttoinlandsprodukt 2005 um bis zu zwei Prozent zulegen wird. Das Institut ist damit optimistischer als der Sachverständigenrat der Bundesregierung, der nur von 1,4 Prozent Wachstum ausgeht.

Branchenunterschiede

Bei der Umfrage wurden erhebliche Unterschiede innerhalb der einzelnen Branchen sowie zwischen Ost und West deutlich. Die meiste Zuversicht gibt es im Dienstleistungsgewerbe, die meisten Sorgen weiterhin am Bau.

In Ostdeutschland erwarten 35 Prozent der Unternehmen einen Produktionszuwachs, in Westdeutschland 39 Prozent. Bei den Exporten sind im Osten 32 Prozent der Firmen optimistisch, im Westen 42 Prozent.

Auch das Investitionsklima besserte sich: Erstmals seit 2002 wollen mehr Unternehmen ihre Investitionen ausweiten (27 Prozent) als zurückfahren (23 Prozent). Bundesweit jedes dritte Unternehmen (33 Prozent) hofft im kommenden Jahr auf höhere Gewinne.

Die bessere Stimmung wird sich auf dem Arbeitsmarkt vermutlich noch nicht niederschlagen. Nur jeder fünfte Betrieb (18 Prozent) will mehr Personal einstellen. Mehr als 30 Prozent rechnen mit weiterem Stellenabbau. (APA)

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