Teenager in Regenbogenfamilien leben gut

13. Dezember 2004, 12:13
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US-Studie untersuchte Entwicklung unter der Obhut von lesbischen Müttern - "Ausschlaggebend ist die Qualität der Beziehung"

Charlottesville - Teenager, die von lesbischen Müttern aufgezogen werden, zeigen keine Entwicklungsunterschiede im Vergleich zu jenen, die von heterosexuellen Paaren erzogen wurden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität von Virginia in Charlottesville. Frühere Forschungsarbeiten hatten sich eher auf jüngere Kinder konzentriert und keine signifikanten Disparitäten zwischen gleichgeschlechtlichen und heterosexuellen Familien gefunden. Aber es gab wenige Studien mit Erwachsenen, von denen die ForscherInnen annehmen, dass sie bewusster oder sensibler auf Diskriminierungen ihrer Familien reagieren. Wieder andere Studien beschäftigten sich damit, ob die Sexualität eines Teens von der seiner Eltern beeinflusst wird.

Interview-Analyse

Der Soziologe Stephen Russell und seine KollegInnen Charlotte Patterson und Jennifer Wainright analysierten die Interviews mit 12.000 US-Teenagern und ihren Familien. Sie fanden 44 Jugendliche, die von zwei Frauen in einer "ehe-ähnlichen" Beziehung aufgezogen wurden. Nur sechs der jungen Menschen gaben an, mit zwei schwulen Männern zu leben, daher wurden männliche Familien gleichen Geschlechts von der Studie ausgenommen. Jeder Teenager bekam ein Gegenstück aus einer heterosexuellen Familie mit demselben Geschlecht, Alter, ethnische Zugehörigkeit und Familieneinkommen, neben anderen Faktoren.

Keine Unterscheide bei Entwicklung

Die ForscherInnen fanden keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen hinsichtlich Depressionen, Angst, Selbstwertgefühl und Schulnoten. Genau der gleiche Anteil beider Gruppen gab an, schon Sex gehabt zu haben (34 Prozent). Während eine frühere Studie zu dem Ergebnis gekommen war, dass Kinder homosexueller Eltern ebenfalls geneigter waren, eine gleichgeschlechtliche Beziehung einzugehen, konnte die aktuelle Studie einen derartigen Zusammenhang nicht bestätigen, weil überhaupt nur sehr wenige Teenager sexuellen Erfahrungen mit gleichgeschlechtlichen Partnern gemacht hatten. Der wichtigste Faktor für das Wohlergehen eines Teenagers war sein Verhältnis zu den Eltern, unabhängig vom Familientyp. "Was wirklich wichtig ist, ist die Qualität der Beziehung", so Russell.

Mit diesen Ergebnissen wirken die ForscherInnen Begrenzungen des Sorge- und Besuchsrecht für lesbische Mütter entgegen und bestätigen, dass lesbische und schwule Erwachsene genauso gute Adoptiv- oder Pflegeeltern sind. (pte/red)

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