Mehr als 100 Verfahren gegen österreichische File-Sharer

22. Februar 2005, 12:32
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"Aktion scharf": Außergerichtliche Einigungen - Kosten- und Schadenersatz bis zu 4.000 Euro

Der Verband der österreichischen Musikwirtschaft IFPI Austria meldet erste Ergebnisse der Anfang Oktober gestarteten "Aktion scharf" gegen Raubkopierer im Internet.

Außergerichtliche Einigungen

Es wurden in einem ersten Schritt mehr als 100 Verfahren eingeleitet. Innerhalb eines Monats wurden 14 ausgeforschte Fälle mit außergerichtlichen Einigungen bereits wieder erledigt. Es handelt sich dabei mehrheitlich um Männer in der Altersgruppe zwischen 20 und 40 Jahren, in mehreren Bundesländern und verschiedenen Berufsgruppen und mit einem deutlich erkennbaren Vorzug für Internet-Anschlüsse mit so genannten Flat-Rates.

Bis zu 4.000 Euro

Die ertappten Filesharer verpflichteten sich zur Löschung der illegalen Musikdateien, zur Unterlassung der weiteren gesetzwidrigen Verbreitung von Musik im Internet und zur Zahlung von Kosten- und Schadenersatz bis zu 4.000 Euro, abhängig von der Schwere der Rechtsverletzung. Den Betroffenen wurde Vertraulichkeit zugesichert. Die typische Reaktion erwischter Filesharer lautet: "Natürlich haben wir gewusst, dass es illegal ist, aber wir haben nicht damit gerechnet, erwischt zu werden".

Gesetzesverstöße

Allen Fällen liegen Urheberrechtsverletzungen durch die illegale Verbreitung einer großen Anzahl von Musikfiles im Internet zugrunde. Die Gesetzesverstöße sind lückenlos dokumentiert und nachgewiesen. Die rechtliche Durchsetzung erfolgt durch die LSG Wahrnehmung von Leistungsschutzrechten GesmbH., eine Gesellschaft, die im Auftrag der Musikproduzenten seit mehr als drei Jahrzehnten gegen das Raubkopieren von Musik gerichtlich und außergerichtlich vorgeht.

Erste Ziele erreicht

"Das erste Ziel der Aktion, nämlich das Bewusstsein für den Schutz des geistigen Eigentums zu stärken und klar zu machen, dass Raubkopieren im Internet gesetzeswidrig ist, konnte bereits erreicht werden. Praktisch jeder Filesharer weiß mittlerweile, dass er Urheberrecht verletzt und dass das ernste Folgen haben kann", betont Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft.

"Instant Messages"

Die Anfang 2003 begonnene Informations- und Aufklärungskampagne wird fortgesetzt, vor allem mit so genannte "Instant Messages". In diesen Pop-ups werden österreichische Filesharer direkt angesprochen und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie Urheberrecht verletzen. Im November wurde die Marke von 100.000 in Österreich versandten "Instant Messages" überschritten. Es sind Fälle dokumentiert, in denen Filesharer nachweislich bis zu 15 "Instant Messages" erhalten haben, ohne zu reagieren oder ihr gesetzwidriges Verhalten einzu-stellen. In solchen Fällen ist die Einleitung rechtlicher Schritte unvermeidlich.

IPFI versus ARGE

Die ARGE Daten warnte in einer Aussendung vor einer neuen Abmahnwelle der Musikindustrie. Sie sieht einen erschreckenden Umgang mit der Privatsphäre von Internet-BenutzerInnen (Der WebStandard berichtete).Die IFPI Austria warf der ARGE Daten daraufhin wie berichtet "Meinungsmache" vor und warnte die User mit den Worten "Schlechter Rat ist teuer". (red)

Links

LSG

IFPI Austria

pro-music.at

ARGE Daten

Nachlese

ARGE Daten warnt vor Abmahnwelle der Musikindustrie

IFPI Austria wirft ARGE Daten "Meinungsmache" vor und warnt User

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    Die "Aktion scharf" der IFPI Österreich geht weiter: Es wurden mehr als 100 Verfahren eingeleitet.

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