US-Touristen kommen wieder

3. Dezember 2004, 15:32
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Nachholbedarf bei Europareisen brachte 14,5 Prozent Plus

Salzburg/Washington - Heuer sind mehr US-Touristen als im Vorjahr nach Österreich gekommen: Von Jänner bis August verzeichnete Österreich 992.344 Nächtigungen von Gästen aus den Vereinigten Staaten, was einem Plus von 14,5 Prozent im Vergleich zu 2003 entspricht, berichtet nun die Österreich Werbung Nordamerika. Die Zahl für neu ausgestellte Reisepässe in den USA habe in den letzten Monaten Rekordwerte erreicht, zudem meldeten Fluglinien steigende Buchungszahlen über den Atlantik. Die allgemein guten Wirtschaftsdaten und ein großer Nachholbedarf für Europa-Reisen sorgten für diesen Aufschwung des Incomings Richtung Österreich.

Natürlich könne die positive Entwicklung von Faktoren wie dem Irak-Krieg, der Dollarschwäche oder steigenden Ölpreisen gehemmt werden. "Langfristige Prognosen scheinen daher gewagt, das große Potenzial des nordamerikanischen Marktes ist jedoch unbestritten und unverändert", kommentiert der Direktor der Österreich-Werbung Nordamerika, Michael Gigl.

Hingegen machen die deutschen Gäste, eine der wichtigsten Urlaubergruppen für Österreich, den Touristikern Kopfzerbrechen. Bis Oktober hat die Zahl der Nächtigungen deutscher Urlauber um 1,5 Prozentpunkte abgenommen. "Der Deutsche legt mehr Geld auf die hohe Kante", sagt Klaus Stephan, Deutschlandchef der ÖW. Billigflieger, die verstärkt österreichische Ziele anstreben, könnten dies nicht wettmachen.

Werben um Deutsche

"Wenn wir in der Wintersaison das Vorjahresergebnis erreichen, sind wir sehr zufrieden," so Stephan. In der vergangenen Wintersaison kamen rund fünf Millionen Gäste aus Deutschland in die Alpenrepublik. Ein weiteres Alarmzeichen ist, das die Aufenthalte der Deutschen kürzer werden. Während früher zwei Wochen Skiurlaub üblich waren, bleibt der deutsche Gast inzwischen nur noch fünf Tage.

Zur starken Bereicherung für Österreichs Tourismuswirtschaft werden hingegen immer stärker die einstmals "armen Nachbarn" in Osteuropa. So stieg vor allem die Zahl der slowakischen Gäste im ersten Halbjahr 2004 um satte 13 Prozent. Beliebteste Ziele im Winter: Tirol und Salzburg. (bach, APA, Der Standard, Printausgabe, 22.11.2004)

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