Schloss günstig abzugeben

25. Februar 2005, 10:29
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Was im Wald erwirtschaftet wird, fließt alles in die Erhaltung des Schlosses der ehemaligen Kaiserfamilie

Der Forstbetrieb arbeite zwar schuldenfrei, so ziemlich alles aber, was im Wald erwirtschaftet werde, sagt Vinzenz Liechtenstein, fließe in die Erhaltung des Schlosses Waldstein, in den herrschaftlichen Sitz der ehemaligen Kaiserfamilie.

Enkel Vinzenz Liechtenstein, der steirische ÖVP-Politiker, wohnt nur noch zeitweilig auf Schloss Waldstein und möchte das Anwesen inmitten des 4500 Hektar großen Waldbesitzes nördlich von Graz nun möglichst weit öffnen und einem breiteren Publikum zugänglich machen.

Schwammerlsucher

Der Wald sei ohnehin schon weit gehend für eine allgemeine Benutzung offen, zumindest für Schwammerlsucher, die an Sommertagen bisweilen busweise die steirischen Wälder heimsuchen. Liechtenstein: "Solange nichts geschädigt wird, ist es mir egal, ob jemand Schwammerln sammelt im Wald."

Komplizierte Öffnung des Schlosses für die Bevölkerung

Die geplante Öffnung des Schlosses für die Bevölkerung sei aber "wesentlich komplizierter".

Dieses Problem freilich möchten andere erst einmal haben: Was anfangen mit einem alten Schloss? Liechtenstein: "Ich kenn niemanden mehr, der ein Schloss zu 100 Prozent bewohnt. Die Gebäude tragen sich einfach nicht mehr. Man bräuchte auch jede Menge Personal, um so ein Schloss in Schuss zu halten. Ich bin außerdem meistens beruflich in Wien oder im Ausland und meine Kinder, die im Ausland leben, kommen auch nur hin und wieder in ihre Wohnungen."

Nutzung bedeutet teure Investitionen

Es sei noch unklar, in welcher Form das Schloss öffentlich genutzt werden könnte. Eine kulturelle Nutzung sei schwer möglich, dafür seien umfangreiche und teure Investitionen in technisches Equipment sowie die Errichtung eines gastronomischen Bereiches notwendig. Liechtenstein: "Für eventuelle abendliche kulturelle Veranstaltungen, braucht man ja auch ein gewisses Ambiente." Zudem sei bereits jede Menge an Konkurrenz rundum in anderen Schlössern vorhanden. Noch also warte er, sagt Liechtenstein, "auf eine zündende Idee" - und mögliche Investoren. (mue, DER STANDARD Printausgabe 20/21.11.2004)

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    Der Wald ist weit gehend für eine allgemeine Benutzung offen, die Öffnung des Schlosses ist komplizierter

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