Indizien des Klimawandels in Niederösterreich

2. Februar 2005, 20:15
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Die Temperaturen steigen stetig - WWF sucht "Klimazeugen"

St. Pölten - In St. Pölten wird es immer wärmer. Das ist keine Wetterprognose für das kommende Wochenende, sondern ein Ausblick auf das Jahr 2040. Dann nämlich werden die Temperaturen in der Landeshauptstadt um zwei Grad Celsius höher sein, als noch im Jahr 1948. Klingt nicht sonderlich dramatisch, doch die ökologischen Auswirkungen wären laut WWF "massiv". Besonders die Voralpenregion zwischen 600 und tausend Meter Seehöhe wäre großen Veränderungen unterworfen. Eine diesbezügliche Studie der Uni für Bodenkultur in Wien wurde am Freitag in St. Pölten präsentiert.

Schneesicherheit beeinträchtigt

Schon bei einer Erhöhung der europäischen Mitteltemperatur um ein Grad Celsius würde laut WWF in Österreich im Höhenbereich von etwa 600 bis 1.400 Höhenmeter die geschlossene, mindestens fünf Zentimeter hohe Schneedecke im Winter um rund sechs Wochen und im Frühjahr um vier Wochen weniger lang anhalten. Skigebiete wie Schneeberg, Ötscher oder Wechsel wären dadurch in ihrer Schneesicherheit stark beeinträchtigt.

Auch ein Beispiel aus dem Sommer verdeutlicht die Zunahme der extremen Wetterbedingungen: "Besonders gefährdet sind unnatürliche Wälder, wie standortfremde Fichtenwälder der Tieflagen. Durch ihr flaches Wurzelwerk kann die Fichte nicht in tiefere Bodenschichten vordringen. Akuter Wassermangel und Schädlingsbefall - wie beispielsweise durch Borkenkäfer - sind die Folgen", berichtete Stefan Moidl, Leiter der WWF-Naturschutzabteilung.

Suche nach "Klimazeugen"

"Schneebergregion, Marchfeld, Donaubecken oder Waldviertel - in Niederösterreich treffen verschiedene klimatische Regionen auf einander. Jede einzelne wird sich durch den Temperaturanstieg erheblich ändern", erläuterte WWF-Klimaexperte Markus Niedermair. Deshalb macht sich die Umweltschutzorganisation nun auf die Suche nach "Klimazeugen". Die ortskundige Bevölkerung sei aufgerufen, Klimaveränderungen zu dokumentieren und dem WWF zu berichten. (APA)

Links

WWF

Uni für Bodenkultur Wien

Kontakt für "Klimazeugen":
Per E-Mail: pr@wwf.at

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