Kalte Füße bei Anlegern - Kurs rückläufig

1. Dezember 2004, 15:59
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Ein Prozent Minus bis Mittag - Ein Teil der Investoren rechnet aber weiter mit nachgebessertem Angebot - Rasinger: Anleger sollen sich Zeit lassen

Wien - Der von Siemens Österreich am Donnerstag bestätigte Angebotspreis von "nur" 55 Euro pro VA Tech-Aktie hat bei einem Teil der Aktionäre "kalte Füße" hinterlassen und zu einem zunächst moderaten Kursrückgang geführt: Das Papier notierte am Freitag zu Mittag um 1,1 Prozent schwächer bei 57,85 Euro, nachdem es tags zuvor bei 58,50 Euro geschlossen hatte. Für Marktbeobachter kommt die Tatsache, dass Siemens nicht höher geboten hat als vor eineinhalb Wochen angekündigt nicht überraschend - sollte nachgebessert werden (müssen) ist noch genug Zeit dafür, meinen Marktbeobachter.

"Es ist logisch, dass sich Siemens entschlossen hat, gleich mit einem höheren Angebot anzufangen", sagt RCB-Analyst Reinhard Ebenauer. Ob Siemens gezwungen sein wird, nachzubessern, getraut sich Ebenauer nicht einzuschätzen, das werde sich wohl erst gegen Ende der Übernahmefrist entscheiden: "Das hängt davon ab, wie sich die Erwartungen des Markts entwickeln." Ebenauer, dessen aktuelles Kursziel für die VA Tech eigentlich bei 52 Euro liegt, hält auch Kurse über 55 Euro für argumentierbar, wenn man ein Erreichen der von der VA Tech angegebenen Gewinnziele (50 Mio. Euro Nettogewinn 2005) als sicher unterstellt.

BA-CA-Analyst Jens Zimmermann glaubt "schon, dass Siemens mehr bieten wird". Warum? "Weil der Markt das erwartet, wie sich das ja im Aktienkurs ausdrückt."

Erste empfiehlt "Buy"

Keinerlei Kommentar zur Preisfrage wollte am Freitag Erste Bank-Analyst Ralf Burchert abgeben - nach der vor wenigen Tagen gegebenen Einschätzung durch das Institut müsste freilich eine Angebotserhöhung durch Siemens durchaus drinnen sein. Die aktuellen Erwartungen der Erste Bank sind unter den österreichischen Instituten die derzeit höchsten. Erst vor wenigen Tagen hatte die Bank ihre Einstufung von "Accumulate" auf "Buy" angehoben und ein Kursziel von 67 (nach 58) Euro ausgegeben.

Anlegerschützer Wilhelm Rasinger hatte am Mittwoch gemeint: "Wenn sich Siemens beim Preis nicht flexibel zeigt, könnte das Angebot floppen." Aktionäre, vor die Entscheidung gestellt, für immer und ewig auszusteigen, hätten Anspruch auf eine Prämie. Die Zukunftsperspektiven müssten abgegolten werden, zumal die VA Tech in einer "Turnaround-Situation" sei, hatte Rasinger gemeint. Die Wahrscheinlichkeit für einen höheren VA Tech-Preis seien "sehr hoch", meinte Rasinger auch im Mittagsjournal am Freitag. Die Anleger sollten sich mit dem Annehmen des Angebots "Zeit lassen". (APA)

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