Malev-Privatisierung neuerlich gescheitert

1. Dezember 2004, 15:58
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Einziger Bieter erfüllte Ausschreibungskriterien nicht - Neue Ausschreibung angekündigt

Budapest - Die staatliche ungarische Fluggesellschaft Malev findet noch immer keinen Käufer. Die staatliche Privatisierungsagentur APV habe den Privatisierungstender für gescheitert erklärt, weil der einzige Bieter die Ausschreibungskriterien nicht erfüllt habe, berichten die ungarischen Medien am Freitag.

Der Wert der Malev sei auf 10 Mrd. Forint (40,7 Mio. Euro) geschätzt worden. Das von der russischen Aeroflot angeführte Konsortium ASI (Aviation Solution International) habe für 99,5 Prozent der Malev-Anteile jedoch nur 150 Mio. Forint geboten, heißt es in einem Bericht der Tageszeitung "Nepszabadsag" vom Freitag. Die Malev habe Bankverbindlichkeiten in Höhe von 36 Mrd. Forint und habe überdies bei verschiedenen Partnerunternehmen Schulden in Milliardenhöhe.

Die APV hat bereits angekündigt, nach einer genauen Prüfung der Marktlage die Malev erneut zum Verkauf auszuschreiben. Laut "Nepszabadsag" will auch das ASI-Konsortium neuerlich in den Ring steigen und wird dabei möglicherweise gegen einen ungarischen Gegner antreten müssen. Auch die ungarische Euroinvest und der Großinvestor Sandor Demjan sollen ihr Interesse bekundet haben. Interessiert hatten sich in der Vergangenheit auch die Austrian Airlines (AUA), die chinesische Airline Hainan und Icelandair gezeigt, schließlich aber doch keine Angebote abgegeben. (APA)

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