Wieder weniger Werbung in der Anstalt

7. Dezember 2004, 18:15
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Finanzplan 2005: Mehr Buchungen werden stark reduzierte Werbetarife 2005 nicht auffangen können - Anstalt budgetiert weniger Werbung und etwas mehr Gebühren

Rund zwölf Millionen weniger als für heuer budgetiert, soll 2005 die Werbung bringen. Vor allem die TV-Werbung. Dort gibt es der ORF um rund 11,3 Prozent billiger. Das liegt vor allem an den deutlich günstigeren Werbepreisen der Programmfenster deutscher Privatsender. Sie überblenden deutsche Werbespots für österreichische Haushalte mit Kabel- oder digitalem Satellitenempfang mit heimischen Spots, für die Kunden naturgemäß extra zahlen. Nur Pro Sieben macht mit einem kurzen Infoblock samt Societyteil auch Programm für Österreich, sieht man von gesponserten Magazinen bei Sat.1 ab. Die Konkurrenz von ATV+ im Werbemarkt ist noch bescheiden.

Gebühren 55 Prozent der laufenden Erträge

304 Werbemillionen hatte der ORF für heuer budgetiert, minus zwölf ergibt 292 Millionen für 2005. Noch wichtiger werden damit die Gebühren für den ORF. Sie sollen nach Berechnungen des STANDARD im kommenden Jahr bereits rund 55 Prozent der laufenden Erträge ausmachen. Fast fünf Millionen mehr als heuer geplant sollen die so genannten Programmentgelte 2005 bringen und damit in die Nähe von 430 Millionen rücken.

Das liegt keineswegs an einer weiteren Erhöhung dieser Gebühren nach jener zu Jahresbeginn 2004: Die Gebühreninkassotochter des ORF, kurz GIS, fahndet intensiv nach Schwarzsehern. Den zusätzlichen ORF-Ertrag durch mehr zahlendes Publikum schmälert freilich, dass die GIS für die Fahndung mehr Prozente bekommt als bisher.

Sparen in TV-Information

Gespart wird in der TV-Information, die Programmdirektion kann ihr TV-Budget sogar etwas erhöhen. Merklich mehr Geld bekommt die Technik, vor allem für die Erneuerung von ORF-Bauten und -Einrichtungen.

"Schwarze Null"

Unter dem Strich soll auch 2005 eine "schwarze Null" stehen, also ein ausgeglichenes Ergebnis. Nach für heuer geplanten 60.000 werden rund 100.000 Euro erwartet. Die Personalkosten sollen 2005 einen Hauch unter den für heuer budgetierten 348 Millionen liegen. (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe, 19.11.2004)

  • Die  GIS fahndet intensiv nach Schwarzsehern.
    foto: jvm/donau

    Die GIS fahndet intensiv nach Schwarzsehern.

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