Brustkrebsgefahr alarmierend

13. Februar 2005, 17:00
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Französische Studie belegt selbst bei kurzer Hormonersatztherapie Anstieg des Risikos um 20 Prozent

Paris - Selbst eine relativ kurze Hormonersatztherapie in den Wechseljahren birgt einer Studie aus Frankreich zufolge die Gefahr einer Brustkrebserkrankung. Gesundheitsakten von 55.000 Französinnen zeigten ein durchschnittlich um 20 Prozent höheres Brustkrebsrisiko, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Ausgabe der Fachzeitschrift "International Journal of Cancer".

Als kurze Behandlung wurde dabei ein Zeitraum von weniger als zwei Jahren angesehen. Der weibliche Körper stellt während der Menopause die Produktion von Östrogen und Progesteron schrittweise ein. Bei der Hormonersatztherapie erhalten Frauen diese Sexualhormone verabreicht.

Gefährliche Kombinationen

Der Studie zufolge steigt das Risiko einer Brustkrebserkrankung sogar um bis zu 40 Prozent, wenn Frauen gleichzeitig mit den Östrogen-Präparaten bestimmte Formen der Anti-Baby-Pille nehmen. Hingegen sei kein erhöhtes Risiko feststellbar, wenn Östrogen zusammen mit mikronisiertem Progesteron genommen werde, sagte die Leiterin der Studie, Francoise Clavel-Chapelon vom Institut Gustave-Roussy bei Paris. Mikronisieren ist ein Verfahren zur Feinstzerkleinerung von Arzneimitteln.

Gründe der Anwendung

In den Wechseljahren, in denen die Eierstöcke die Produktion reifer Eizellen allmählich einstellen, leiden viele Frauen an Hitzewallungen, Schwindel- und Schweißanfällen, Schlaflosigkeit oder gar Depressionen. Hormonpräparate können dem entgegenwirken, auch nach einer operativen Entfernung von Eierstöcken.

Bei Einführung der Therapie in den sechziger Jahren hatte sich das Augenmerk zunächst auf die positiven Aspekte gerichtet. In den vergangenen Jahren häuften sich aber Hinweise auf ein höheres Brustkrebs-, Herzinfarkt- und Hirnschlagrisiko. Weit verbreitet ist die Annahme, dass die Risiken weniger hoch sind, wenn die Behandlung nur kurze Zeit dauert.

Da die zur Hormonersatztherapie eingesetzten Präparate je nach Land unterschiedlich sind, können die Ergebnisse solcher Studien nur bedingt auf andere Länder übertragen werden. (APA)

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