BA-CA: 2005 geringeres Wirtschaftswachstum in Österreich

2. Dezember 2004, 16:20
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Prognose auf 1,9 Prozent BIP-Wachstum zurückgenommen - Für viertes Quartal noch mehr als 2,5 Prozent Wachstum prognostiziert

Wien - Der Konjunkturhöhepunkt dürfte in Österreich vorläufig erreicht sein. Die Wirtschaft dürfte im vierten Quartal mit einem erwarteten Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von mehr als 2,5 Prozent zwar die höchste Jahreswachstumsrate seit vier Jahren erreichen, die weiteren Aussichten verschlechtern sich aber, so die Ökonomen der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). Die Wachstumsprognose für 2005 werde daher von 2,0 auf 1,9 Prozent zurückgenommen, heißt es in einer Pressemitteilung von heute, Donnerstag.

Für 2004 wird ein BIP-Zuwachs von 2,0 Prozent erwartet. Erst für 2006 geht die BA-CA davon aus, dass die Wirtschaft - gestützt durch die erwartete Verbesserung in den Kernländern des Euroraumes - wieder schneller wachsen kann. Prognostiziert wird ein BIP-Anstieg von 2,3 Prozent.

Konjunkturindikator angestiegen

Der Konjunkturindikator der BA-CA sei im Oktober nochmals von 2,3 in den Monaten Juni, August und September auf 2,5 und damit auf den höchsten Wert seit zwei Jahren gestiegen, so Chefvolkswirtin Marianne Kager. Verantwortlich dafür sei die gestiegene Stimmung bei Österreichs Industrie aber auch bei den Konsumenten. Der zunehmend starke Anstieg der weltweiten Konjunktur im letzten Jahr mache sich damit bemerkbar. Anders als in Deutschland könne in Österreich die Inlandsnachfrage die sich abzeichnende Auslandsnachfrage auffangen.

Trotz dieser positiven Daten betonen die BA-CA Ökonomen, dass sich die weiteren Aussichten für die Konjunktur zunehmend verschlechtern. Neben der bereits seit längerem erwarteten Abschwächung der Weltwirtschaft und der sehr schwachen Entwicklung in Deutschland belaste der starke Euro die Konjunktur zusätzlich.

Hohe Inflation belastet

Auch der überraschend überraschend starke Anstieg der Inflation im Oktober - die Teuerungsrate hat mit 2,6 Prozent den höchsten Stand seit September 2001 erreicht - werde für Österreichs Binnenkonjunktur eine Belastung. Daher müsse aus heutiger Sicht auf Grund der schwächeren Realeinkommmensentwicklung 2005 auch die Prognose für den privaten Verbrauch korrigiert werden, so BA-CA Volkswirt Stefan Bruckbauer. Erwartet wird nun ein Zuwachs des privaten Konsums von 2,3 Prozent, zuvor waren es 2,4 Prozent.

Die Inflationsprognose für 2005 wurde deutlich von 1,4 auf 1,9 Prozent angehoben. Für 2004 geht die BA-CA von 2,0 Prozent aus.

Für die Entwicklung gegen Ende 2005 werde der starke Euro eine größere Gefahr darstellen als der Ölpreis und vor allem eine weiterhin schwache Binnenkonjunktur in Deutschland, Frankreich oder Italien. Je besser es Europa gelinge, die negativen Folgen des Ölpreises und eines Euroanstieges aufzufangen, umso größer seien die Chancen, dass der Konjunkturzyklus 2006 keine Trendwende erlebe.(APA)

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