Ewe-Küchen an Schweden verkauft

1. Dezember 2004, 17:19
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Nobia übernimmt Welser Familienunternehmen

Wels/Stockholm/Wien - Nicht Ikea, sonder Nobia übernimmt 100 Prozent des Welser Familienunternehmens Ewe-Küchen von der bisherigen Eigentümerfamilie Pacher. No-bia ist nach eigenen Angaben Europas größter Küchenhersteller, mit bisher zwölf Tochterfirmen und 17 Marken (etwa: "Poggenpohl", "Magnet"). Ewe - mit der Zweitmarke FM - ist mit 16 Prozent Marktanteil die Nummer zwei unter den österreichischen Produzenten nach Dan-Küchen.

Die Scheden haben derzeit 6200 Mitarbeiter und setzen zuletzt 1,2 Milliarden Euro im Jahr um. Ewe beschäftigt an Produktionsstandorten in Wels und Freistadt 470 Menschen, der Umsatz erreichte 63 Mio. Euro. Über den Kaufpreis der Anteile wollten beide Partner nichts in der Öffentlichkeit sagen.

"Fortbestand der Firma gesichert"

"Mit diesem Schritt sichern wir den Fortbestand der Firma und die Standorte in Wels und Freistadt", sagt Wilhelm Pacher im STANDARD-Gespräch am Mittwoch, als der Deal bekannt gegeben und bei den Kartellbehörden angemeldet wurde. Denn einerseits werden innerhalb der Gruppe auch Aufträge vergeben werden.

Andererseits könne in der Küchenindustrie - Materialkostenanteil: 40 bis 50 Prozent - hauptsächlich über den Einkauf eingespart werden, so der Firmenchef: "Und der Einkauf von Nobia hat sehr gute Konditionen."

Verkauf mit Europa Consult durchgezogen

Pacher (62) begann vor zwei Jahren über die Nachfolge im Management nachzudenken, der Verkauf an einen strategischen Partner wurde schließlich mithilfe der Investkredit-Merger-&-Acquisitions-Tochter Europa Consult durchgezogen. Sämtliche Familienmitglieder verblieben aber im Management, die Geschäftsführen werde nicht verändert, wird betont.

Gemeinsam will Pacher nun vor allem die Wachstumsmärkte in Osteuropa verstärkt bearbeiten. Derzeit beträgt die Exportquote von Ewe und FM rund 24 Prozent, Hauptmärkte sind nach Österreich Deutschland, die Schweiz und Norditalien. In Osteuropa gibt es Ewe bisher in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Slowenien und auch in zwei Schauräumen Moskau. (szem, DER STANDARD Printausgabe, 18.11.2004)

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