"Stromberg" auf ProSieben: Die derzeit beste deutschsprachige Comedy-Serie ...

17. Dezember 2004, 15:29
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Hier geht es jedenfalls hochkomisch bis in den schwärzesten Bereich hinein ums alltägliche Mobbing im Büro, um kleine Hahnenkämpfe ...

Mit dem jetzt jeweils Montag um 21.45 Uhr auf Pro Sieben laufenden "Stromberg" ist dem deutschen Privatsender nichts weniger als die derzeit beste Comedy-Serie im deutschsprachigen Raum gelungen.

Nachdem Alfred Dorfers Donnerstalk sich inklusive der Gastauftritte der üblichen Verdächtigen zunehmend in leidlich bekannte kabarettistische Fahrwasser und Richtung ungehörige Hüttenabendparodien begibt - von H wie Haider bis zu H wie Haubner oder Haupt bis zu originellerweise H wie Herbert Prohaska -, geht Stromberg unter der Vermeidung von H wie Kabarettfilmregisseur Harald Sicheritz härtere Wege, als wir es je bei MA 2412 erahnen mochten.

Mit Christoph Maria Herbst in der kleiderbauer-und klobrillenbartkompatiblen Titelrolle als Bernd Stromberg ist das nicht schwer. Der Mann stellt diesen Regionalchef der Schadensregulierungsabteilung, Buchstaben M-Z, einer großen Versicherungsgesellschaft derart intensiv nach, dass man durchaus bereit wäre, den Schauspieler rein privat auf offener Straße wegen seiner Schlechtigkeit abzuwatschen. Pro Sieben bezeichnet Strombergs Charakter leicht untertrieben als "Sozial-Legastheniker".

Hier geht es jedenfalls hochkomisch bis in den schwärzesten Bereich hinein ums alltägliche Mobbing im Büro, um kleine Hahnenkämpfe, Sexismus, traurig-besoffene Betriebsfeiern und verzweifelte Versuche, sich ein kleines Stück vom Glück zur Not auch zu erschwindeln oder zu erpressen. Ein bitterböses Highlight des deutschen Humors! (schach/DER STANDARD; Printausgabe, 18.11.2004)

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    foto: prosieben
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