Gaspreise steigen erneut

6. Dezember 2004, 18:38
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Erhöhungen bis zu 10 Prozent -Hohe Ölpreisen schlagen mit Verzögerung durch - Kelag und Wien Energie wollen nicht anheben

Wien - Die Gaspreise in Österreich steigen weiter. Mehrere Energieversorgungsunternehmen haben heute angekündigt per Jahresbeginn 2005 die Preise für Erdgas anzuheben - teilweise um bis zu 10 Prozent, die meisten übrigen rechnen noch.

Nur die Kärntner Kelag und die Wien Energie schließen derzeit weitere Verteuerungen aus. Begründet wird der Schritt mit den gestiegenen Beschaffungskosten , verursacht durch die in den vergangenen 12 Monaten um mehr als 60 Prozent gestiegenen Rohölpreise. Höhere Rohölpreise schlagen mit einer gewissen Verzögerung auf die Gaspreise durch.

Die Wien Energie erklärte am Mittwoch es gebe keine Pläne, die Gaspreise neuerlich anzuheben, wobei die jüngste Erhöhung allerdings auch erst zwei Wochen zurück liegt. Per 1. November stieg die Gesamtbelastung für einen durchschnittlichen Wiener Haushaltskunden mit einem Verbrauch von 1.000 Kubikmeter im Jahr um 1,5 Prozent.

Auch für den Kärntner Landesenergieversorger Kelag steht eine Erhöhung der Gaspreise derzeit nicht zur Diskussion. Die letzte Anpassung liegt bereits mehr als zwei Jahre zurück.

EVN erhöht erneut die Preise

Der niederösterreichische Energieversorger EVN, der zwar im Oktober zuletzt die Preise um 1,3 Prozent angehoben hat, wird dennoch per 1. Jänner 2005 wieder erhöhen. Für einen durchschnittlichen Haushalts-Gaskunden mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (1.870 m3) erhöhen sich die Gaskosten dadurch um 2,4 Prozent bzw. 1,96 Euro im Monat inkl. USt, kündigte das börsennotierte Unternehmen an.

Die Vorarlberger Erdgasgesellschaft, die ebenfalls erst im Oktober die Preise für einen durchschnittlichen Haushalt um 5 Prozent angehoben hat, wird mit Jahresbeginn "sicher nichts tun" wie heute betont wurde. Frühestens mit April 2005 könnte auf die Gaskunden wieder etwas zukommen.

Kräftiger Aufschlag in Tirol

Auf eine kräftige Erhöhung müssen sich die Kunden der Tiroler Tigas gefasst machen. Der genaue Prozentsatz werde zwar entsprechend der aktuellen Marktsituation in den nächsten Tagen festgesetzt, gerechnet werde aber mit einer Erhöhung um 10 Prozent.

Ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 1.000 Kubikmetern müsste mit Mehrkosten von 57 Euro im Jahr rechnen. Zuletzt hatte die Tigas die Gaspreise mit Jahresbeginn 2003 um durchschnittlich 3 Prozent erhöht und Anfang Jänner 2004 allerdings wieder in diesem Ausmaß gesenkt.

Die erdgas Oberösterreich, eine Tochter der OÖ. Ferngas AG hat bereits angekündigt, mit 1. Dezember 2004 die Endpreise - je nach Verbrauchsmenge - um 3 bis 6 Prozent anzuheben. Beim steirischen Energieversorger Gas & Wärme, einer Tochter der EStAG - wird mit 1. Jänner 2005 erhöht, voraussichtlich um 6 bis 7,5 Prozent. Entschieden werde das erst Ende November, derzeit beobachte man noch die Marktentwicklung, hieß es heute.

Linz AG gibt sich bedeckt

Die Linz AG will anheben, kalkuliert aber noch. Auch bei der Salzburg AG gab man sich heute noch bedeckt: "Wenn die Einstandspreise weiter so steigen, werden wir was tun müssen, wir beobachten das genau", so der Sprecher. Bis spätestens Anfang Dezember werde eine Entscheidung getroffen, ob Gas in Salzburg teurer wird oder nicht.

Der burgenländische Gasversorger BEGAS will bis Ende nächste Woche entscheiden ob es zu einer Verteuerung von Erdgas kommt oder nicht. Soll sie kommen, werde sie aber "ganz geringfügig ausfallen, auf keinen Fall höher als die Senkung im Juni." (APA)

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