Schulklassen erkunden Theologie

23. März 2006, 13:11
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Berufsorientierung einmal anders: Die Grazer Theologie-Fakultät lädt Jugendliche zu "Werkstattgesprächen", um ihnen einen Einblick ins Studium zu geben

"Ethische Aspekte des Massenphänomens Fußball", "Religiöse Elemente in der Werbung" oder "Frauen als Mitgestalterinnen von Kirchengeschichte" - so lauten unter anderem die Themen, die die Katholisch-Theologische Fakultät der Uni Graz jugendgerecht aufbereitet hat.

Einblicke gewinnen

In sieben so genannten Werkstattgesprächen mit 21 Terminen und weiteren nach Vereinbarung will man Oberstufenschüler in die Arbeitsbereiche der Fakultät einführen und potenzielle spätere Studenten gewinnen.

"Viele Maturanten haben keine Vorstellung, wie gegenwartsbezogen und abwechslungsreich das Theologiestudium sein kann", schildert Reinhold Esterbauer, Professor für Philosophie der Theologischen Fakultät und Initiator der Werkstattgespräche, den Ausgangspunkt der Initiative.

Sehen wie es läuft

"Die Schüler sehen, was und wie es bei uns läuft, womit sich 'die Theologinnen und Theologen' beschäftigen und was sich hinter den Studienrichtungen verbirgt", so der Religionsphilosoph.

Belegbar sind in Graz die Studienrichtungen "Katholische Fachtheologie", "Katholische Religionspädagogik", das Lehramtsstudium Katholische Religion und das Doktoratstudium der Katholischen Theologie.

Gute Nachfrage

Im Frühjahr 2004 hat man eine erste Pilotreihe gestartet. "Die Nachfrage war gut, wir haben um die 20 Schulklassen bei uns gehabt und damit rund 500 Schüler ansprechen können", schildert Esterbauer. Selbst Klassen aus Kärnten und dem Südburgenland hätten sich gemeldet. Teils haben die Organisatoren für das aktuelle Programm die Themen beibehalten.

Zusätzlich wurde der Bereich Ethik und Sozialwissenschaften mit den ethischen Aspekten des Fußballspiels und die Pastoralpsychologie mit einem Workshop über "Religion in Krisensituationen" aufgenommen.

Steigende Zahlen

Dass die Erstsemestrigenzahlen in diesem Herbst um 49 Prozent - und in absoluten Zahlen von zuletzt 47 auf 69 Anfänger - gestiegen sind, will Esterbauer nicht alleine auf die Initiative zurückführen: "Wir haben vor zweieinhalb Jahren die Studienpläne reformiert und sie den neuen Anforderungen für Theologinnen und Theologen im kirchlichen und außerkirchlichen Bereich und im Schuldienst angepasst. Natürlich hoffen wir schon, dass der eine oder andere Schüler durch die Werkstattgespräche Gefallen am Studium findet", so Esterbauer. (apa)

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Theologie Graz

Die neuen "Gespräche" beginnen mit "Hilft Religion in Krisensituationen" am 1. Dezember, Im Jänner folgen Termine zur Frage "Wer ist ein Fundamentalist?" und der Situation von Frauen in der Kirchengeschichte
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