Neue Arbeitszeiten für oö. Beamte geplant

6. Dezember 2004, 13:49
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Ende für "lieb gewordene Gewohnheit": Jetzt soll auch am Mittwoch Nachmittag gearbeitet werden

Linz - Die Landesbeamten in Oberösterreich müssen sich von einer "lieb gewordenen Gewohnheit" trennen. Personallandesrat Franz Hiesl (VP) will die dienstfreien Mittwochnachmittage streichen. Im nächsten Jahr soll beim Land und in den Bezirkshauptmannschaften auch Mittwochs ganztags gearbeitet werden.

Seit Jahrzehnten sind am Mittwochnachmittag Ämter und Behörden geschlossen. Für Hiesl ist dies einfach nicht mehr zeitgemäß. Deshalb wünscht er, dass "seine" 5000 Beamten künftig nicht mehr automatisch an jenem Tag ab Mittag frei haben.

"Von außen 99 Prozent Zustimmung"

Die Reaktionen auf seinen Vorstoß formuliert der Landesrat so: "Von außen gibt es 99 Prozent Zustimmung, nach innen großen Erklärungsbedarf." Kommende Woche wird Hiesl mit dem Personalvertreter des Landes verhandeln. Ernst Kepplinger, Obmann des Landespersonalauschusses, signalisiert generell Bereitschaft, über den Mittwoch zu reden. Allerdings knüpft er daran Bedingungen.

Der Arbeitszeitbeginn darf nicht von 6.30 Uhr auf 7 Uhr verschoben werden. Denn auch dies beabsichtigt Hiesl (und darüber lässt er derzeit nicht mit sich reden). Kepplinger als "alter Hase" kann sich denken, was "dahinter steckt". Die in der Früh gewonnene Arbeitszeit soll "am Mittwochnachmittag eingearbeitet werden". Denn an der 40-Stunden-Woche wird sich für die Landesbediensteten nichts ändern.

Keine Kernarbeitszeit

Der Personalvertreter hingegen fordert den Wegfall der Kernarbeitszeit am Montag und Dienstagnachmittag. Dann könnten sich die Bediensteten aussuchen, an welchem Nachmittag sie frei haben. In diesem Punkt zeigt Hiesl Entgegenkommen. Er möchte nur, dass "der Bürger auch Mittwochnachmittag seine Amtsgeschäfte erledigen kann". Wie viel Personal in den jeweiligen Dienststellen anwesend sein muss, darüber habe der jeweilige Amtsleiter zu entscheiden.

Ganz so einfach sei die Situation aber nicht, meint Kepplinger. Was sei, wenn der Kunde zu einer bestimmten Person möchte und diese an jenem Nachmittag frei habe. Dass dies dem Ziel einer bürgernahen Verwaltung näher komme, bezweifelt der Personalvertreter. (ker, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.11.2004)

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