Jetzt gemeinsame Strategie von Bundeskriminalamt und Banken
In Österreich wird grob gerechnet schon an jedem
zweiten Arbeitstag eine Bank überfallen. Die Statistik des
Bundeskriminalamts (BK) verzeichnete für das vergangene Jahr 106
derartige Delikte, heuer waren es bereits 102 und die erfahrungsgemäß
"umsatzstarke" Vorweihnachtszeit steht noch bevor. Das BK hat nun
eine Strategie entwickelt, die gemeinsam mit den Banken umgesetzt
wird und der negativen Tendenz entgegensteuern soll.
Details, wie man den Räubern zu Leibe rückt, werden vom BK
naturgemäß nicht genannt - schließlich will man potenziellen Tätern
keine Verhaltenstipps geben. Behörden-Sprecher Gerald Hesztera
verwies im Gespräch mit der APA lediglich auf Schulungsmaßnahmen auf
der Basis von Analysen des BK. Dort haben Fachleute sich angesichts
der unerfreulichen Lage nämlich die Mühe gemacht, Banküberfälle der
vergangenen 30 bis 35 Jahre zu untersuchen. Dabei stellten sie
bestimmte Regelmäßigkeiten fest, unter anderem wann Bankräuber wo
tätig zu werden pflegen.
Die Gespräche mit den Verantwortlichen der Großbanken führte
BK-Direktor Herwig Haidinger persönlich. Die Geldinstitute hätten
sämtlich Vorschläge, die vom Bundeskriminalamt erarbeitet wurden,
angenommen, sagte Hesztera. Freuen werden sich vermutlich besonders
Bankmitarbeiter in Wien - die meisten Überfälle werden nämlich in der
Bundeshauptstadt verübt. 2003 wurden österreichweit knapp 50 Prozent
der Delikte geklärt. (APA)