Paris und London wollen Flüchtlinge gemeinsam abschieben

7. Februar 2005, 16:18
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Innenminister loben Fortschritte beim Einwanderungsstopp

Calais - Frankreich und Großbritannien wollen künftig gemeinsam die Rückführung von Flüchtlingen in ihre Heimat organisieren. Daraufhin einigten sich die Innenminister beider Länder, Dominique de Villepin und David Blunkett, am Montag während eines gemeinsamen Besuchs der nordfranzösischen Hafenstadt Calais. Nach Angaben von Regierungsvertretern könnte noch vor Jahresende ein erster gemeinsamer Repatriierungsflug nach Rumänien gehen.

Vor rund zwei Jahren hatten sich beide Länder auf die vorzeitige Schließung des umstrittenen Flüchtlingslagers Sangatte bei Calais geeinigt, das seit seiner Einrichtung im September 1999 insgesamt 68.000 Flüchtlinge aufgenommen hatte. Seitdem hatten Frankreich und Großbritannien eine Reihe von gemeinsamen technischen und administrativen Maßnahmen beschlossen, um Einwanderen die Einreise nach Großbritannien zu erschweren: Unter anderem dürfen britische Beamte bereits am Pariser Bahnhof Gare du Nord kontrollieren, während französische Fährhäfen mit hochsensiblen Detektoren ausgerüstet wurden.

Blunkett lobte die britisch-französische Zusammenarbeit. Sie habe inzwischen ein Ausmaß erreicht, wie es "vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen" sei. Nach britischen Angaben wurden allein in diesem Jahr 15.000 Menschen an der heimlichen Überquerung des Ärmelkanals gehindert und 420 mutmaßliche Schlepper festgenommen. (APA)

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