Der zehnte Startschuss für Cyberfreaks

2. Dezember 2005, 15:10
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Cyberschool gibt allen Grund zum Jubeln: Der bundesweite Internetwettbewerb feiert sein zehnjähriges Jubiläum. Kinder und Jugendliche sind aufgerufen, ihre kreativen Projektideen im Cyberspace zu präsentieren

"Ich wollte den Kindern klar machen: Was ist Wettbewerb?", erklärt Judith Panzenböck, Lehrerin an der Informatikhauptschule Leipziger Platz in Wien, ihre Motivation, mit der Klasse an Cyberschool teilzunehmen. Allein oder mithilfe ihrer Lehrer entwickeln Schüler bei dem bundesweiten Multimediawettbewerb eine Homepage, auf der sie ein Projekt ihrer Wahl präsentieren. Ziel ist es, Jugendlichen zu ermöglichen, früh Kompetenzen in der Gestaltung und im Umgang mit den "neuen Medien" zu erwerben.

Zum bereits zehnten Mal versucht Cyberschool die Kommunikation zwischen Schule und Wirtschaft zu intensivieren. Das "kreative, soziale und kritische Potenzial der jüngeren Generationen im Umgang mit den neuen Technologien soll den Wirtschaftstreibenden und der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden", erläutert Irina Slosar, Projektleiterin vom Veranstalter Cmk, die Zielsetzung.

Die 14-jährige Melita Alimofka, Schülerin von Lehrerin Panzenböck, beteiligte sich letztes Jahr am Schulprojekt "der Auwald". Eine Homepage, auf der mithilfe von Spielen, Fotos und selbst gezeichneten Bildern Wissen kommuniziert wurde. Besonders viel bedeutete ihr die selbstständige Arbeit. "Alles, was wir alleine zu unserem Thema gemacht haben, hat mir sehr gut gefallen, besonders die Gestaltung der Homepage", beschreibt Melita die Arbeit am Projekt. "Wir haben in der Schule viel erarbeitet und alles zusammen gelernt."

Karrieresprungbrett

Ihr Wissen rund um Internet, Multimedia und Mobile können Schüler in beliebigen Projekten im World Wide Web darstellen. Eine Präsentation des Potenzials, die sich durchwegs auszahlt, berichtet Professor Neuhofer von der HTL Ungargasse in Wien, der sich bereits mit zwei Klassen an Cyberschool beteiligt hat. Drei seiner Schüler haben dadurch Verträge von Firmen angeboten bekommen. Cyberschool sei zwar kein direktes Karrieresprungbrett, doch in jedem Fall "ein Fundament für eine Anstellung", meint Neuhofer.

Unterteilt in vier Kategorien werden die Projekte von einer Expertenjury bewertet. Cyberschool Junior für Sechs- bis 14-Jährige beurteilt die jüngsten der Multimediaexperten getrennt nach Unterstufe und Mittelstufe. Inhaltlich variieren die Homepages sehr: Schulhomepages, Online-Schülerzeitungen, aber auch wirtschaftlich angelegte Projekte wie Übungsfirmen oder Kooperationen mit Unternehmen werden präsentiert. Talentierte Schüler über 14 fallen in die Kategorie Cyberschool Classics. Seniors mit ausgeprägtem Technik-Know-how hingegen und Jungforscher, die sich etwa mit softwaretechnischen Internetlösungen befassen, stellen die Cyberschool Technics.

Aufgrund der trendmäßig recht geringen Beteiligung von Mädchen an technischen Wettbewerben wurde letztes Jahr eine zusätzliche Kategorie eingeführt: Girls only soll Mädchen verstärkt zum Schritt in die Technik motivieren, 43 Projekte haben sich im Vorjahr darin profiliert.

Ihre Teilnahme am diesjährigen Cyberschool-Wettbewerb stehe noch nicht fest, doch dies "nur aus Zeitmangel", betont Judith Panzenböck. "Vor allem die Exkursionen für unser Projekt in der Natur haben viel Spaß gemacht." Den größten Vorteil an der Teilnahme sehe sie darin, dass die Kinder auch gelernt hätten, sich und ihr Projekt vor einem breiten Publikum zu präsentieren.

(Louise Beltzung, Isabella Hager/DER STANDARD-Printausgabe,13./14.11.2004)

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