Auch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel setzt auf moralische Wahlkampfparolen für seinen nächsten Wahlsieg. Seit die ÖVP Österreich regiert, hat sie sich konsequent zur Wertepartei stilisiert. Nur die Signalwörter sind andere: Denn mit Glaube, Waffen und Antihomosexuellenpropaganda lässt sich in Österreich keine Wahl gewinnen - mit einer Rückbesinnung auf das, was der (ländlichen) Mehrheit im Land wichtig und "wert" ist, allerdings schon.
Eigentum, Heimat, Familie nennt die ÖVP daher ihre Moralpfeiler, die sie im allgemeinen Bewusstsein zu verankern versucht.
Neokonservative Politik made in Austria kommt allerdings in unverfänglicherem Gewand daher als ihr moraltriefendes amerikanisches Vorbild. Lieber greifen die schwarzen Strategen auf folkloristische Modezitate (Lodenjanker, Dirndl), alpenländische Romantik (Bergkulisse, Erntedankfest) und gourmandistische Heimatliebe (Weinverkostungen, Tafelspitzkult) zurück. Bushs Erfolgsrezept, strenger Glaube und Gott, wird - außer in der Gedankenwelt von ÖVP- Nationalratspräsident Andreas Khol - nur in verträglichen Dosen verabreicht, schließlich spielt Religion nur für ein Drittel der Österreicher eine wichtige Rolle.
Alljährlicher Höhepunkt des schwarzen Schollenspektakels ist der ÖVP-Bundeskongress im Tiroler Bergbauerndorf Alpbach. Längst ist der Ort zu einer Art Alpen- Disneyland für Kongresstouristen geworden - als Kulisse für eine Partei, die sich als Allösterreicherfraktion versteht, passt er jedoch hervorragend.
Dass all diese demonstrative Heimatromantik durch eine Realpolitik konterkariert wird, die die Infrastruktur im ländlichen Raum konsequent ausdünnt, mag nur auf den ersten Blick wie ein Widerspruch erscheinen.
Die ÖVP hat in den letzten Jahren Bezirkshauptmannschaften, Gendarmerieposten, Postämter und Gerichte, also jene Institutionen, die das Leben vor Ort bündeln, sukzessive dem Sparkurs geopfert. Das neoliberale Dogma des schlanken Staates muss auch auf das idyllischste Dorf angewendet werden.
Die neokonservative Wertefolklore, die die intakte Einheit der Gemeinschaft, die Familie, das Dorf, die Sonntagskirchgemeinschaft hochhält, hat also auch die Aufgabe, die Phantomschmerzen einer Gesellschaft zu lindern, deren gewachsene Strukturen immer schwächer werden - und deren Verunsicherung dadurch proportional steigt.
Das Bedürfnis nach Orientierung, nach Fundamenten, ist in Zeiten der Entwurzelung größer denn je. George Bush wählte als Antwort patriotische Religiosität, Wolfgang Schüssel bietet die "EHF"- Trias (Eigentum, Heimat, Familie). Beiden ist gemein, dass sie damit auf die immer stärker verunsicherte Mitte der Gesellschaft abzielen.
Die amerikanischen Demokraten haben den Wertewettlauf mit den Konservativen schon lange aufgenommen, die Wähler zog es aber einmal mehr zum "real thing". In Österreich ist die Wertedebatte, wie in ganz Europa, vorwiegend konservativ besetztes Terrain. Begriffe wie Heimat und Familie werden nicht mit der Sozialdemokratie assoziiert, am ehesten können die umweltbewussten Grünen beim Heimatgefühl mithalten.
Egal, ob es nun die "drei Gs" Bushs sind oder Schüssels "EHF": Gefühle und Emotionen bestimmen wieder stärker die Politik. Längst geht es nicht mehr darum, wer das bessere Konzept zur Pensions-oder Arbeitsmarktreform hat. Einschnitte erwartet der Bürger von links wie von rechts, den Glauben an Staatsinterventionismus hat er längst verloren. Er wünscht sich Orientierung und Sinn. Nicht nur erfolgreiche neokonservative Politik muss daher auf den Bauch und nicht auf den Kopf allein abzielen. (DER STANDARD, Printausgabe, 15.11.2004)
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Neue Provokation durch den Iran nährt Unsicherheit und Selbstzweifel im Westen
Das Ergebnis der Stichwahl lässt nur die Zusammenarbeit der großen Lager zu, will die Ukraine nicht vollends ins Chaos abdriften
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Washington und London packeln, und Wien ist trotz massiver Vorwürfe gegen einen österreichischen Staatsbürger zum Zuschauen verdonnert
Der Iran hätte durch eine Zustimmung zum Atomdeal fast nur zu gewinnen
An der Parteizentrale kommt man bei der Fehlersuche nicht vorbei
Die Gewissensklausel gehört entrümpelt - noch dazu, wo mittlerweile ein ehemaliger Zivi als Minister das Heer herumkommandiert
Wer die Gewissensfrage abschafft, schafft den Zivildienst ab
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Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt - Es ist Diebstahl - Von András Szigetvari
Norbert Darabos ist mehrfach betroffen: Als Verteidigungs- und Sportminister
Kauf der CD könnte Nachahmer ermuntern, Datenschutz mit Füßen zu treten - Von Birgit Baumann
Die Kurdenvertreter wollen am Öffnungsprozess weiter teilnehmen, und sie geben sich trotz des Parteiverbots pragmatisch - Von Adelheid Wölfl
Drei Monate vor dem Urnengang schauen Öffentlichkeit und Medien den Tories erstmals genauer auf die Finger
Der SP-Aufruf "Nicht mit der FPÖ" kann in den Ländern kaum umgesetzt werden
Das massive Schulungsprogramm, das das Arbeitsmarktservice derzeit fährt, ist eine richtige Maßnahme
Hat sich die ÖVP schon einmal bei der SPÖ bedankt, dass sie einen schwarzen Initiativantrag abschmetterte? Jetzt wäre Zeit dafür - Von Harald Fidler
Toyota ist unangefochten der Welt größter Autobauer
Auch 4000 Ausbildner ändern innerhalb von Monaten oder auch Jahren nichts an Stammesloyalitäten, korrupten Regierungsbehörden und dem Geld der Taliban
Konsumationsräume haben die Bevölkerung entlastet, etwa weil die Drogenszene nicht mehr Parks oder sogar Spielplätze belagert
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Das Angebot eine CD mit Daten von hunderten Steuersündern zu erwerben ist verlockend - doch Finanzminister Schäuble sollte penibel auf die Einhaltung der Gesetze achten
Die "Bevorzugung" der Frauen bei der Lebensmittelhilfe in Haiti ist der Versuch, die Überlebenspakete den Schwachen und Schwächsten zukommen zu lassen
Tiere haben seit 2004 ein bundeseinheitliches Gesetz, der Nachwuchs muss warten
Statt mit dem Säbel zu rasseln, sollte China die rund 1300 Angriffsraketen abbauen, die es auf Taiwan richtet
Mit iPod und iPhone hat der Apple-Chef bewiesen, das er ein besonderes Gespür für den Markt hat - Jetzt folgt das iPad
Der Kern der Taliban kann kein Interesse an einem Ausgleich mit der vom Ausland finanzierten und geschützten Regierung haben - Von Markus Bernath
Ein bissel regieren dürfe er schon noch in dieser Stadt, sagte Wiens Bürgermeister Michael Häupl kürzlich
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Das Problem scheint eher zu sein, dass die "Großen" zu sehr mit Bedarfserhebung und Organisation und zu wenig mit Hilfe beschäftigt waren
Bei einer Rekordverschuldung kann man nicht sehr wählerisch sein
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Ob das gepriesene Postgreißlertum große Zukunft hat, bleibt abzuwarten - Von Luise Ungerboeck
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Eine Salzburger Festspielaffäre
Ein knappes Zehntel der Österreicher sieht rechts von der FPÖ immer noch Spielraum und hielte eine dort angesiedelte Partei auch für wählbar
Österreichs Herren ist mit dem Aufstieg in die Hauptrunde die Sensation gelungen - Von Fritz Neumann
Tatsache ist, dass der Abstand zwischen den Terrorangriffen auf Kabul nun immer kürzer wird
Österreich krebst bei der Gleichbehandlung bei Einkommen EU-weit auf dem vorletzten Platz herum
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Eine einzige Kampagne von Herausgeber Hans Dichand gegen den Brüsseler Moloch würde genügen
Die Abwahl Juschtschenkos in der Ukraine symbolisiert auch Europas Versagen
Geht es um Krieg und Frieden, kann die SPD beides: einen Kanzler abservieren wie einst Helmut Schmidt oder ihre Parteibasis einen Militäreinsatz schlucken lassen
Keiner will mit Bucher dorthin, wo Friedrich Peter einst die FPÖ positioniert hatte - Von Conrad Seidl
Absurd die Kritik an Obamas Vorhaben: Sie sei keine geeignete Reform des Finanzsystems - Von András Szigetvari
"Wer hier studiert hat, soll auch hier arbeiten dürfen", will Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP). Daran erstaunt vor allem, dass irgendjemand das Gegenteil sinnvoll finden könnte
Der jetzt geplante Fekter-Sprachkurs spricht eine deutliche Sprache: Wir wollen euch nicht
Der US-Präsident hat sich im ersten Amtsjahr gut geschlagen, abgerechnet wird erst 2012
Die Krise bei Österreichs Abfahrern öffnet Türen - von Benno Zelsacher
Für Haitis enorme Verletzbarkeit tragen auch jene Verantwortung, die jetzt helfen
Alijew wollte König anstelle des Königs im zentralasiatischen Reich Kasachstan werden
Wenn es um Kränkung und Stolz geht, ist man in Ankara sensibel
Besser geworden sind Zug- oder Busverbindungen in den vergangenen zwanzig Jahren trotz öffentlicher Beteuerungen selten - Von Luise Ungerboeck
Der Pay-Sender Sky bietet für die Erstrechte neun Millionen Euro, zwölf Spiele sollen der frei empfangbaren Konkurrenz überlassen werden - Das Spielchen ist typisch österreichisch
Seit Amtsantritt der schwarz-gelben Bundesregierung im November ist selbige nur am Streiten
Wer sich nichts vorzuwerfen hat und im Alltag nicht weiter auffällt, muss sich auch vor behördlichen Nachforschungen und dem Zugriff auf ihn betreffende Daten nicht fürchten
Wenn Faymann und Pröll bei der Budgetsanierung die Vermögen aussparen wollen, ist das kein Bonus
Die tausenden in Österreich lebenden Menschen mit Migrationshintergrund werden sich bedanken, dass ihnen kollektiv unterstellt wird, testosterongesteuerte Machos zu sein
Der neue Präsident Ivo Josipovic wird nicht die nationale Karte ziehen
Die magere Treibhausgasbilanz 2008 demonstriert Österreichs Vogel-Strauß-Politik
Den politischen Entscheidungsträgern fehlt es an Mut und Ehrlichkeit für klare Entscheidungen und Schnitte - Von Luise Ungerboeck
Politiker haben eine moralische Verpflichtung, dort zu helfen, wo es am dringendsten nötig ist - Von Günther Oswald
Das Personalproblem der Justiz erschüttert den Rechtsstaat in seinen Grundfesten
Man kann nicht behaupten, dass unsere Gesetze "Frauen vor brutalster Gewalt nicht schützen". Die Frage ist eher: Sind sie ausreichend geschützt?
Dass man da selbst zur Waffe greift, muss nicht verständlich sein, es ist aber nachvollziehbar
Die Finanzakteure, auf die es der US-Präsident abgesehen hat, haben die Krise nicht verursacht - Von Lukas Sustala
Neuen Schwung brächte eine neue, von glaubwürdigen Personen getragene Partei - Von Conrad Seidl
Die Menschen fühlen sich sicherer, an Orten, die sie sonst mit dem Gefühl der Unsicherheit verbinden
Bleibt zu hoffen, dass einmal die Zeit kommt, in der offene Fragen beantwortet werden
Trotz inzwischen gesunkener Rohstoffpreise erhalten die Betreiber alter Biogasanlagen neuerlich einen Zuschlag von drei Cent je Kilowattstunde
Nationalheld ist Hoffmann nie gewesen. Und kaum jemand wirft sich für ihn in die Bresche
Die derzeitige Diskussion um Flüchtlinge, Asylwerber und Erstaufnahmezentren bekommt neue Brisanz
In den USA gilt die Zustimmung der Republikaner zu einem neuen Vertrag längst nicht als gesichert
Angola ist Südafrika fern und nah zugleich. Wieso sollte Joseph S. Blatter, der Präsident des Fußball-Weltverbands, nun die Augen öffnen
Bisher wurden nur isländische Sparguthaben abgesichert, ausländische Anleger erhielten hingegen nichts
Ein Staatsbankrott würde dem Euro schaden, eine Rettungsaktion jedoch noch mehr
Wenn durch die Körperscanner die höchst unhöflichen Begrapschungen wegfallen - bitteschön, nur zu. Doch was bringen die Verschärfungen außer sinnlosen Datensammlungen?
Die Kärntner SPÖ erwacht aus ihrem Tiefschlaf - Interessenten für den Parteivorsitz mögen sich endlich melden
ÖVP und SPÖ beweisen eindrucksvoll, dass ihnen die demokratiepolitische Reife fehlt - Von Lisa Nimmervoll
Der Entwurf aus dem Justizministerium wurde Anfang Dezember ziemlich wortlos in die Begutachtung geschickt
Der wiederkehrende Energiestreit zwischen Moskau und Minsk bzw. Kiew zeigt, wie fragil das Liefernetz ist - Von Johanna Ruzicka
Das beschämende Hickhack zwischen Bund und Ländern werden die Überlebenden des Holocaust und ihre Nachkommen nicht so bald vergessen
Bei der AUA wird sich im Laufe des Jahres auch strukturell einiges ändern
Das Grundproblem des Westens mit Peking ist nach 30 Jahren gleich geblieben
Die Hilferufe aus dem zerfallenen Staat bleiben in Washington wie in Brüssel ungehört
In den vergangenen Wochen ist eines wieder ganz deutlich geworden: Am liebsten hätte die deutsche Politik mit dem Einsatz ihrer Soldaten in Afghanistan so wenig wie möglich zu tun.
Westeuropa darf Kroatien in seiner Krise nicht sich selbst überlassen - von Norbert Mappes-Niediek
Ausgerechnet jene Ministerin, die sich damals von "Rehlein-Augen unbeeindruckt" gab, greift nun zum Argument der Menschlichkeit
Wenn wieder einmal diskutiert wird, ob Österreich die ÖIAG noch braucht, ist das grundsätzlich gut - Von Luise Ungerboeck
Präsident Basescu hat das Regierungskabinett bekommen, das ihm gefällt. Damit ist es ihm gelungen, die Oppositionsparteien zu spalten.
Haiders Erben haben sich mit Haut und Haar an den Wiener Strache verkauft und sogar noch was draufgelegt
Die Nachkriegsordnung ermöglicht eine desaströse Politik, in der alle Beteiligten gefangen sind
Wenn sich kein ernsthafter Gegenkandidat zu Fischer findet, kommen wir dem Demokratiemodell Wahlmonarchie einen Schritt näher
Der Rücktritt Connie Hedegaards vom Vorsitz der Tagung wirft kein gutes Licht auf den Konferenzhergang und zeugt von fehlender politischer Standfestigkeit
Für ein besseres Bundesheer fehlt Geld - Das zu ändern ist die wahre Herausforderung für Minister Darabos
Als Wolfgang Schüssel im Jahr 2000 - und erst recht mit der gestärkten Mehrheit 2003 - antrat, das Land im konservativen Sinne zu reformieren, war die Pensionsreform ein Kernstück der Agenda
Auch unter akuter Terrorbedrohung heiligt der Zweck nicht die Mittel
Verhandeln heißt auch, flexibel zu sein
Banken und Regierungen tragen eine wesentliche Mitverantwortung - Von András Szigetvari
Eine Sozialdemokratin ist für die erste Schließung eines Frauenhauses in Österreich verantwortlich - von Thomas Neuhold
Der wirkliche Grund für die Aufregung in London und im Westen ist nicht die abscheuliche Todesstrafe selbst, sondern die fehlende Transparenz, mit der Chinas Richter über sie entscheiden
Hans Niessl wäre es mit dem Antrag auf Abschaffung des Proporzes wirklich ernst gewesen
Die heutigen Regimekritiker in der Ex-Sowjetunion hat der Westen aufgegeben
Respekt vor Würde und Rechten des Einzelnen, Rechtsstaatlichkeit: Erst wenn beides gewährleistet ist, kann es jenes "normale" Leben geben, das sich die Russen so wünschen
Die Anhängerschaft der einstigen Tudjman-Partei hat sich bei dieser Wahl zersplittert und ihrem Kandidaten ein Desaster bereitet
In ihrer Selbstherrlichkeit übersehen die Regierer, dass sie den Stadtbewohnern nicht mehr Kompetenzen geben, sondern sie ihnen gleichsam entziehen
Das BZÖ versteht sich als die Gralshüterin von Haiders Erbe
Im Bankensektor wurden zwar kleinere Adaptionen eingeleitet, der große Regulierungseifer ist aber verflogen - Von Günther Oswald
Adamovich hatte in einem Krone-Interview spekuliert, das Leben in Priklopils Gefangenschaft könnte für Natascha Kampusch "allemal besser gewesen sein als das, was sie davor erlebt hat"
Nach dem Klimadebakel kann nur der Druck der Zivilgesellschaft eine Wende bewirken
Seit fast drei Jahren befindet sich Elsner nun wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaf - Von Michael Simoner
Bisher kein Pro oder Kontra zu den Plänen, umfassenden behördlichen Zugriff auf Handytelefonierer, E-Mail-Schreiber und Co
Der Rekordmann hat an Reputation nichts zu verlieren. Geht was schief, wird wohl das Vehikel schuld sein
Der Moment ist gekommen, wo einer die gute Stimmung ruiniert - Von Birgit Baumann
Studentenproteste 2009: Von politischer Verwahrlosung und verlorener Verheißung
Ein schmerzhafter Schnitt für den Finanzminister und Wasser auf die Mühlen von Autofahrern und ihren Lobbyingklubs - Von Johanna Ruzicka
Was Maria Fekter hier mithilfe des ÖVP-Bürgermeisters von Eberau vorgeführt hat, ist im Grunde nichts anderes als eine einzige - 'tschuldigung schon - Verarschung
Die FPÖ ist klar positioniert - und das BZÖ hat seine Rolle verspielt
Dank der innenpolitischen Krise gibt es die Chance, dass sich zumindest in den Nachbarbeziehungen die Vernunft durchsetzt
Förderung der Zugewanderten ist wahrscheinlich noch wichtiger als die Vorabprüfung
Mit derStandard.at/Mobil sind Sie unterwegs immer top-informiert - mit Liveberichten und Postings!Die SPÖ-Parteizentrale wird hier laut und öffentlich über ihre Wahlkampfstrategie 2006 nachdenken...
Meine Rolle müssen Sie sich als die eines weltgewandten Fußball-Feinschmeckers vorstellen, der sich ein Landesliga-Match zwischen SPÖ und ÖVP ansehen MUSS. Dem zwar klar ist, dass hierzulande keine Cruyffs, Laudrups und Thierry Henris über den Rasen laufen, dem aber irgendwann nach dem 27. vergebenen Elfmeter der SPÖ der Kragen geplatz ist und der jetzt Richtung Spielfeld schreit:
"Was is des da für a Hundskick!... Heast Cap, pass ume, da Broukal steht vorn ganz frei! Der nächste Fehlpass!... Und schon wieder a Tor für die ÖVP!... Was macht der Darabos da? Heast!... Gusi, oh Gott! Und verdribbelt si scho wieder! Austauschen des Weh!"
Ja, es ist wahr: Ich bin in der Tat (und auch im Wort) kein Roter. Mein politisches Bewusstsein wurde während Zwentendorf, Hainburg, Lucona-Skandal geformt - ich habe die damals übermächtige SPÖ also von ihrer unangenehmen Seite kennengelernt und eine gewisse Aversion bis heute behalten.
Ich mag es allerdings auch nicht, irgendwelche aufgewärmten Reste aus Thatcherismus und Reagonomics vorgesetzt zu bekommen. Und diesen plumpen Österreich-Abklatsch von Bushs "Neoconomy" als Dessert schick ich auch zurück.
Ich hab es aber auch satt, dieses unsägliche Treiben von Amateuren wie Gusenbauer und Darabos mitansehen zu müssen. Hey, ihr Loser in der Löwelstraße, ich möchte einen echten Schlagabtausch sehen und nicht diese einseitige Partie!
Sind also Themen, die emotional derart aufgeladen sind ("God" fungiert dabei übrigens als Codewort für Abtreibung), dass sie einen Keil zwischen existierende Parteizugehörigkeiten und -präferenzen treiben können. Mit anderen Worten: Ein Amerikaner, der eigentlich die Demokraten wählen würde und aus ökonomischem Interesse auch allen Grund dazu hätte, wird durch ein einziges Thema - Abtreibung, Homo-Ehe, uneingeschränktes Recht auf privaten Waffenbesitz - davon abgebracht und wählt stattdessen die Republikaner.
"God, Gays und Guns" taugen in Österreich nicht als "wedge issues", weil der Zeitgeist da gegen die ÖVP arbeitet.
"Eigentum, Heimat, Familie" sind keine "wedge issues", sondern bloß ideologische Versatzstücke und Polit-Dekor.
die von der ÖVP vertretenen Werte sind Pseudowerte. Das Eigentum wird uns von ihr immer mehr genommen, die Bildung verhindert, unsere Heimat hat sich die ÖVP schon unter den Nagel gerissen und verwaltet sie (lieb und) teuer, die Familie steht auch nur pseudomäßig im Vordergrund, wer Kinder hat weiß wovon ich rede. Wachsende Kosten allüberall, weniger Leistungen und gleichbleibende bzw. real sinkende Einkommen.
Als aktiver Christ habe ich das Empfinden, dass sich die ÖVP von ihren Grundwerten (und der Kirche) schon verabschiedet hat. Heute treffe ich eher (allerdings auch orientierungs- und wertelose) "Rote" in der Kirche.
Um Werte einzubringen müssten sich Christen stärker engagieren, am besten in einer eigenen Gruppe (nicht Partei!).
Ich bin auch einer, zähle aber zu denen, die an den Sozialismus gar nicht glauben, im Gegensatz zum Mainstream der heutigen katholischen Organisationen in Österreich. Mein Verstand spricht für eine größere Dosis "Neoliberalismus", wie das Schimpfwort heißt. Ich halte die Phrasen von Caritasundiakonie nicht aus und die Propaganda der Kirchenzeitung gegen die Pensionsreform. Sehe bei aller Kritik, die mir reichlich einfiele, weniger Alternative denn je zur ÖVP. Wenn Sie Familie mit Kindern schätzen, wer ist da noch, außer die FPÖ?
Die Ideologie von Frau Toth, die aus dem Artikel trieft, ist sowieso in allen Punkten bankrott.
...die christlichen Werte sollten wieder verstärkt in den Vordergrund gerückt werden! Fragt sich nur welche konkret? Das diktatorisch hirarchisch gegliederte Führungsprinzip, die Inquisition, die Ausbeutung von Nichtchristen, die feudalistischen Wirtschaftsprinzipien, oder etwa gar wieder die Kreuzzüge, die Hexenverbrennungen etc? Khol wäre sicher dafür!
ANGST ums eigene Leben. FURCHT um Hab und Gut.
Das WÄRE* die Erfolgsformel für die SPÖ im kommenden Wahlkampf. Die zentrale Botschaft müsste lauten:
ÜBERALL WIRD EINGEBROCHEN, DIE KRIMINALITÄTSRATE EXPLODIERT, DIE POLIZEI KAPITULIERT, DIE MENSCHEN SIND SCHUTZLOS! UND WARUM? WEIL DIESE REGIERUNG SIE IM STICH LÄSST, WACHZIMMER SCHLIESST UND POLIZEISTELLEN ABBAUT!
WIR VERSPRECHEN: KAMPF DER KRIMINALITÄT! MEHR POLIZEI AUF ÖSTERREICHS STRASSEN!
Vorteil: Bei dem Thema hätte man auch die "Krone" auf seiner Seite.
* WÄRE deshalb, weil die Loser in der Löwelstraße im Wahlkampf auf andere "Erfolgs"themen setzen werden, wie zB:
- Bildungsoffensive - "Österreich muss Finnland werden!"
- Anhebung der Pensionen um 0,02%! (evtl. nach Kassasturz)
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