Der Auerhahn

25. Februar 2005, 10:29
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Sein auffallendes Balzverhalten bei absolut ungestörter Waldesruh wird ihm zum Verhängnis

Kälte und Nässe machen ihm wenig aus - selbst seine Nasenlöcher sind befiedert - und auch für lange Winter voller Entbehrungen ist es gut gerüstet, da sein Organismus in der dunklen Jahreszeit auf Sparflamme schaltet.

Was dem Auerhuhn(Tetrao urogallus, aus der Familie der Hühnervögel) - und somit auch dem Auerhahn mit seinem bekannten, weil auffallenden, Balzverhalten - in den mitteleuropäischen Laubwäldern hingegen zum Verhängnis wird, ist sein Bedürfnis nach ungestörter Waldesruh: Auerhühner lieben stille, zusammenhängende, naturnahe Nadel- und Mischwälder. In genau jenen Landstrichen, die oft und immer öfter durch Skischneisen, Skilifte und Seilbahnen im Dienste des Fremdenverkehrs unterbrochen sind.

Bei Flucht riskiert den Tod

Schlimmer noch: Immer mehr Brettelfans begnügen sich nicht mit den regulären Pisten und übersiedeln mit ihren Skiern ins freie Gelände. Damit stöbern sie zwangsläufig so manches wintermatte Auerhuhn auf. Wendet sich der Vogel dann zur Flucht, so verbraucht er zu viel Energie: Er riskiert den Tod.

Brüten bei Heidelbeersträuchern

Das Auerhuhn brütet europaweit nur in höher gelegenen Waldlagen. Wichtigste Verbreitungsgebiete sind Alpen, Jura, Vogesen, Schwarz-, Bayrischer und Böhmerwald sowie Sudeten und Westkarpaten. Dort siedelt das bis zu 60 Zentimeter (Weibchen) und 85 Zentimeter (Männchen) große Tier meist in der Nähe von Heidelbeersträuchern: eines seiner Hauptnahrungsquellen. (bri, DER STANDARD Printausgabe 13/14.11.2004)

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