Eingewanderte Signalkrebse nun auch im Wienfluss entdeckt

2. Oktober 2006, 17:28
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Gefahr der Verdrängung ohnehin seltener einheimischer Arten

Wien - Erst kürzlich meldeten Fischer eine Invasion von Signalkrebsen in der Traun in Oberösterreich. Nun entdeckten Wissenschafter des Instituts für Ökologie der Universität Wien auch in rückgebauten Abschnittes des Wienflusses bei Hadersdorf-Weidlingau die ungeliebten Einwanderer. Wie die Ökologin Elisabeth Schludermann mitteilte, besteht die Gefahr, dass die aus Nordamerika stammenden Krebse ohnehin seltene einheimische Arten verdrängen. Außerdem gelten die Signalkrebse als Überträger der so genannten Krebspest.

Der Signalkrebs - Pacifastacus leniusculus - wird seit 1970 zu kommerziellen Zwecken aus seiner ursprünglichen Heimat Nordamerika importiert. Seither verbreitet er sich auch ungewollt. "Er zählt zu den aggressiven Einwanderern, da er durch seine geringen ökologischen Ansprüche zur Verdrängung heimischer Krebsarten beiträgt", erklärte Schludermann.

Vermutliche Einschleppung von Krebs-Larven

Die Wissenschafter machen sich angesichts des Auftretens des Signalkrebses nun Sorgen um den heimischen Steinkrebs, der etwa im Mauerbach, einem Zufluss der Wien, vorkommt. Außerdem wurden zwischen 1991 und 1995 Wiederansiedelungen des Steinkrebses im Halterbach, im Hainbach, im Eckbach und im Steinbach durchgeführt. Alle diese Gewässer gehören zum Einzugsgebiet des Mauerbachs.

Wie der Einwanderer in den Wienfluss gelangte, ist noch nicht geklärt. Dass die Tiere, wie sonst häufig beobachtet, von stromabwärts kommen, hält Schludermann für unwahrscheinlich. Dazu ist der Fluss im Wiener Stadtgebiet zu wenig attraktiv. Vielmehr dürfte es so sein, dass Krebs-Larven über Besatzfische eingeschleppt wurden. (APA)

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