Brettspiel zum Klimaschutz: Bei rücksichtslosem Vorgehen verlieren alle

21. März 2005, 14:21
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Freizeitspaß soll auf tatsächliche Probleme hinweisen - "Keep cool" wurde von zwei deutschen Klimaforschern entwickelt

Potsdam - Es ist nur ein Freizeitspaß, aber der soll auf tatsächliche Probleme hinweisen: "Keep cool" heißt ein Spiel, das zwei deutsche Klimaforscher rund um den Klimaschutz entwickelt haben. Ein wenig ähnelt es dem Klassiker "Monopoly" - mit einem entscheidenden Unterschied: Bei nur auf finanzielle Vorteile bedachtem, rücksichtslosen Vorgehen verlieren alle.

Drei bis sechs Leute können in dem aus einem Brett, verschiedenen Karten, Würfeln und symbolischem Geld bestehenden Spiel die Rolle der Mächtigen auf dieser Erde übernehmen und selbst über die Klimapolitik entscheiden. Den Autoren Gerhard Petschel-Held und Klaus Eisenack vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) zufolge sollen sowohl das nötige Geschick in internationalen Verhandlungen wie auch wichtige Zusammenhänge des Klimawandels erfahrbar werden.

Staatengruppen

Die Mitspieler stellen unterschiedliche Staatengruppen wie Europa, die Erdöl exportierenden Länder oder Entwicklungsländer dar. Sie können zwischen ungezügeltem oder ökologisch orientiertem Wirtschaftswachstum wählen, müssen sich aber auch den unvermeidbaren Klimafolgen wie Dürren oder Fluten anpassen. Diese nehmen - wie in der Klimaforschung mittlerweile weitgehend unumstritten - bei steigender Temperatur der Erdatmosphäre an Stärke zu.

Zudem müssen die Spieler Lobbygruppen wie Ölindustrie oder Umweltverbände berücksichtigen. "Wer deren Interessen mit dem Klimaschutz am besten in Einklang bringt, gewinnt", sagte Petschel-Held. "Wenn aber einige zu rücksichtslos vorgehen, verlieren alle." Mit einfachen Regeln zeige das Spiel auf diese Weise verschiedene Facetten des Klimawandels auf - von der globalen Erwärmung bis zur Nutzung erneuerbarer Energien. Zur Vertiefung des Themas liegt dem Spiel außerdem ein wissenschaftliches Heft bei. (APA/AP)

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    bild: spieltrieb gbr
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