Gaza-Streifen: Trauerprozession parallel zur Beerdigung

12. November 2004, 19:20
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Trauerzug soll nach dem Freitagsgebet beginnen - Appelle zur Zurückhaltung im Vorfeld - Israels Grenzen gesperrt

Gaza - Parallel zur Beerdigung von Yasser Arafat in Ramallah im Westjordanland wird auch im Gazastreifen ein Trauerzug für den verstorbenen palästinensischen Präsidenten stattfinden. Die Prozession soll nach dem Freitagsgebet um 13.30 Uhr MEZ beginnen, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung von 13 Palästinenserorganistionen, unter denen sich auch die Hamas und der Islamische Jihad befinden. Der Zug soll an der zentralen Omari-Moschee beginnen und dann über die Hauptstraßen der Stadt führen.

Zehntausende Palästinenser waren bereits am Donnerstagmorgen im Gaza-Streifen auf die Straßen geströmt, um ihrer Trauer über den Tod von Präsident Yasser Arafat Ausdruck zu verleihen. Manche gaben Schüsse in die Luft ab, andere trugen palästinensische Flaggen. Lautsprecher verbreiteten einige von Arafats berühmtesten Zitaten. Menschenmengen blockierten im gesamten Gaza-Streifen Straßen von Flüchtlingslagern und Städten.

Dreizehn palästinensische Gruppen hatten zuvir in einem gemeinsamen Aufruf an die Bevölkerung im Gaza-Streifen und Westjordanland appelliert, sich im Fall der Bekanntgabe des Ablebens Zurückhaltung aufzuerlegen. Es sollten keine Schüsse in die Luft zum Zeichen der Trauer abgefeuert werden.

Israel riegelt Westjordanland vollständig ab

Die israelische Armee hat nach dem Tod von Palästinenser-Präsident Yassir Arafat die Grenzen zu den besetzten Gebieten geschlossen.

Die Armee hat das Westjordanland aus Angst vor Anschlägen vollständig abgeriegelt. Das meldete der israelische Militärrundfunk am Donnerstagmorgen. Auch Palästinenser mit gültiger Arbeitserlaubnis dürfen damit nicht mehr nach Israel einreisen. Der Gaza-Streifen wurde nicht weiter abgeriegelt, da das Gebiet ohnehin ständig isoliert ist.

Die Armee sei im Einsatz, um eine würdevolle Trauerfeier für den Vorsitzenden der Palästinenser-Behörde zu gewährleisten, erklärten die Streitkräfte. (APA/AP/red)

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