Angela McCluskey: "The Things We Do"

    4. Oktober 2005, 11:49
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    Eine exzentrische Schottin mit außer­gewöhnlicher Stimme

    Here I am on train of solace
    The moment I could win
    Oh it’s so dumb that I’m intrigued by thunder
    And the lightning comes streaming in our home


    Mit rauer kratziger Stimme singt Angela McCluskey auf ihrem ersten Soloalbum von vergangener Liebe, Tod, Schönheit und Schmerz. "You know what that fucker can do/ you know what that sucker can do/ you know what that mother can do.." Musikalisch umfasst die CD amerikanischen Pop bereichert mit Elementen aus Soul, Blues und Jazz und zum Teil auch einem Hauch von Reggae.

    Balladen werden ergreifend mit Streichern oder Klavier teilweise auch sehr pompös inszeniert, so zum Beispiel auch bei „Love is stronger than death“ von The the, der einzigen Coverversion auf der CD. Andere rockigere Nummern geben noch genügend Platz für Jazzeinlagen. Bei „Sleep on It“ oder „Wrong Side“ scheint die Musik im Hintergrund zu laufen, nur der Takt wird vorgegeben, damit alle Aufmerksamkeit der Stimme gilt.

    Und abgesehen von der stilistischen Vielfalt ist das wirklich Auffallende an diesem Album, die einzigartige Stimme der 37-Jährigen. Manche Songs oder Teile dieser erinnern an Marianne Faithfull, Billie Holiday, Cyndi Lauper oder Janis Joplin. Ihr Gesang wirkt manchmal melancholisch zart und zerbrechlich und gleich im nächsten Moment zeigt sie die volle Kraft und Stärke ihrer Stimme.

    Auch der Multiinstrumentalisten und Produzenten Nathan Larson war von dieser Stimme begeistert. Mit ihm fand Angela McCluskey den richtigen Partner für ihr erstes Soloalbum, von Larson stammt auch der Großteil der Songs.

    Von Glasgow nach LA

    Obwohl Angela McCluskey schon als Kind gerne sang, wurden diese Ambitionen von ihren Eltern wenig unterstützt. Mit 18 verließ sie ihre Heimatstadt Glasgow, ging nach London und arbeitete dort als Promoterin und Publizistin. 1991 zog sie mit ihrem Ehemann dem amerikanischen Pianisten Paul Cantelon nach Los Angeles. "Ich kam nach Amerika und statt weiter als Film-Publizistin zu arbeiten, sagte ich zu mir: 'Ich bin eine Sängerin'. Und der amerikanische Traum ging für mich tatsächlich in Erfüllung."

    Ihre kabarettistische Musikshow, die sie jeden Dienstagabend im Cafe Largo präsentierte, wurde bald zum Publikumsmagneten, zu den regelmäßigen Gästen gehörten auch Keanu Reeves, Wynona Ryder und Stephan Rea. Ein Jahr später gründete sie zusammen mit einem Freund ihre erste Band "The Wild Colonials", die kurze Zeit später einen hoch dotierten Vertrag bei Geffen Records unterzeichnete.

    Daneben arbeitete sie auch mit Dr. John, Cyndi Lauper, Joe Henry oder Deep Forest zusammen. Die französische Band Télépopmusic nahm mit ihr den grammy-nominierten Song "Breathe" auf. Mit "The Things We Do" hat Angela McCluskey ein wunderbares Album aufgenommen, dass ihrer Vielfältigkeit als Sängerin im vollen Umfang gerecht wird. (ost)

    • Angela McCluskey
The Things We Do
Manhattan (EMI)

      Angela McCluskey
      The Things We Do
      Manhattan (EMI)

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