DKT für fiese Kinder

17. Dezember 2004, 15:29
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"Big Boss": Die diesen Schwachsinn todernst nehmenden Teilnehmer sind, samt der Jury, allesamt Ungustln zum Quadrat ...

Öffentliches Waschen von Schmutzwäsche gehört zu den Charakteristiken von Reality-Formaten. Die RTL-Show Big Boss ist da keine Ausnahme. Nur wird hier Dreck aus Geschäftsdamenkostümchen und Stangenanzügen von Reserve-Yuppies gebürstet. Bevor es so weit kommt, müssen zwei Teams anhand einer Aufgabenstellung möglichst viel Umsatz lukrieren.

Am Dienstag war man dafür im Wiener Prater und die Mannschaften suchten sich je drei Attraktionen zum Bewirtschaften für einen Tag aus. Es wurden "Teamleiter" und "Projektmanager" ernannt, anschließend wurden Keiler auf die Praterbesucher mit dem Megafon losgelassen, die so versuchten, das spärliche Volk in die Geister-oder die Hochschaubahn zu locken. Irrsinnig spannend.

Das Verliererteam bat man abends in den "Konferenzraum", wo eine dreiköpfige Expertenjury unter dem Vorsitz des in einem umgenähten Fünfmannzelt steckenden Reiner Calmund im betonharten Jargon des Business die Niederlage analysierte und den daran Hauptschuldigen entsorgte.

Also DKT für große Kinder samt schlecht gespielter Betroffenheit sowie gruppendynamischem Schwachsinn, wie man ihn auch bereits kennt. Doch während in anderen Realityshows wenigstens irgendwelche Sympathieträger auftauchen - und sei es nur ein besonders Unterbelichteter - besticht Big Boss nur durch eines:

Die diesen Schwachsinn todernst nehmenden Teilnehmer sind, samt der Jury, allesamt Ungustln zum Quadrat. (flu/DER STANDARD; Printausgabe, 11.11.2004)

  • Reiner Calmund
    foto: rtl

    Reiner Calmund

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