Deutschland vor Verlust von 760.000 Industriearbeitsplätzen

29. Dezember 2004, 10:23
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Tempo der Jobverlagerung nimmt laut Studie zu

Düsseldorf - In Deutschland droht in den nächsten fünf Jahren ein Verlust von weiteren 760.000 industrielle Arbeitsplätze ins Ausland. Das berichtet die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf eine bisher unveröffentlichte Untersuchung im Auftrag des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Das Gros der Arbeitsplätze werde nach Osteuropa und Asien abwandern.

Bei ihrer Einschätzung für den Zeitraum von 2005 bis 2009 stützen sich die Arbeitgeber dem Bericht zufolge auf eine Befragung von bundesweit 100 Branchenmitgliedern seitens der Münchner Unternehmensberatung TCW. Danach nimmt das Tempo zu, mit dem industrielle Arbeitsplätze ins billigere Ausland verlagert werden. Eröffnete von 2000 bis 2004 rund ein Drittel der befragten Unternehmen Montage- und Fertigungsabteilungen im Ausland, plant dies nun sogar die Hälfte. Mindestens verdoppeln wird sich laut Umfrage bis 2009 der Anteil der Firmen, die mit zusätzlichen Teilen der Wertschöpfung ins Ausland gehen wollen.

So planen elf Prozent der befragten Unternehmen, ihre Produkte nicht mehr von Deutschland aus zu verkaufen und den Service nicht mehr hiesigem Personal zu übertragen. Jedes zehnte Unternehmen, zweieinhalb Mal so viel wie bisher, will auch Einkäufer von außerhalb einsetzen. Selbst bei Forschung und Entwicklung fallen dem Bericht zufolge die Vorbehalte, außer Landes zu gehen. Hätten in den zurückliegenden Jahren fünf Prozent der Unternehmen Forschungs- und Entwicklungsteams im Ausland aufgebaut, wollten dies künftig sieben Prozent wagen.(APA/AP)

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