Null mal zwei ist null - Der narkotisierende ORF

17. Dezember 2004, 15:29
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Wann hört es endlich auf zu dauern? Diese in ihrer Gültigkeit kaum zu übertreffende Frage toppte der ORF in den letzten Tagen mehrmals

Wann hört es endlich auf zu dauern? Diese in ihrer allgemeinen Gültigkeit kaum zu übertreffende Frage toppte der ORF in den letzten Tagen gleich mehrmals. Am Sonntag etwa mit der Schlaftablette "A.I. - Künstliche Intelligenz".

Stephen Spielberg zelebrierte darin die narrative Ereignislosigkeit des Materials mit selten gesehener Hingabe: minutenlange Handlungsleere. Immer wieder flehende Kinderaugen statt eines Fortführens der "Geschichte", verglichen mit der "E.T." ja nachgerade ein Actionreißer war. Selten war das Warten auf den "Tatort" danach mühsamer als während dieses "Filmhighlights".

Auch die "ZiB" narkotisierte ihre Zuseher - wenn auch perfider. Nachdem Danielle Spera gemeldet hatte, dass sich bezüglich des Gesundheitszustandes von Palästinenser-Chef Yassir Arafat nichts Neues tut, keine Informationen aus dem Spital nach außen dringen würden, schaltete man live nach Frankreich, wo die Korrespondentin Eva Twaroch diesen Umstand wortreich bestätigte, nämlich dass es, wie bereits erwähnt, keine neuen Informationen gebe. Wie lehrt schon das kleine Einmaleins? Null mal zwei bleibt trotzdem null.

Ins Bild dieser Sendezeitvergeudung passte auch die Eigen-PR für irgendeine ORF-Produktion (Titel vergessen!) während der "ZiB", in der minutenlang Dreharbeiten gezeigt wurden, deren Informationsgehalt auf "Seitenblicke"-Niveau daherkam und dort auch hingehört hätte.

Wenigstens eine Frage wurde so beantwortet: Was passiert eigentlich mit den ORF-Gebühren? (flu/DER STANDARD, Printausgabe, 10.11.2004)

  • Artikelbild
    foto: orf
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