Suha Arafat verursacht Eklat

11. November 2004, 06:48
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Arafats Frau: Delegation will Präsidenten "lebendig begraben" - Israelische Zeitung: Trauerfeier in Kairo, Begräbnis in Gaza

Clamart - Die Ehefrau des todkranken palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat hat schwere Vorwürfe gegen jene hochrangige palästinensische Delegation erhoben, die ihn am Montag im Pariser Krankenhaus besuchen will. Suha Arafat sagte in einem Telefonat mit dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera, die Delegation wolle Arafat "lebendig begraben" und ihn in seiner Rolle als Führer der Palästinenser beerben. Sie warf Ministerpräsident Ahmed Korei, Ex-Regierungschef Mahmud Abbas und Außenminister Nabil Shaath eine "Verschwörung" gegen Arafat vor.

Verschwörung

Suha Arafat sagte gegenüber Al Jazeera, ihrem Mann gehe es gut und er werde wieder nach Hause kommen. "Sie müssen das Ausmaß der Verschwörung erkennen. Ich sage ihnen, sie wollen Abu Ammar (Arafats Kampfname, Anm.) lebendig begraben", sagte Arafats Ehefrau hörbar erregt vom Krankenbett ihres Mannes aus. Palästinenserführung angeblich doch heute an Arafats Krankenbett

Vor dem Amtssitz Arafats in Ramallah demonstrierten etwa 20 palästinensische Frauen, die Bilder von Arafat sowie Plakate in den Händen hielten. "Wo warst du, Suha Tauil, als sich der Präsident im Belagerungszustand befand?", hieß es auf einem der Transparente. Arafat stand vor seiner Verlegung nach Paris de facto jahrelang unter Hausarrest in seinem Amtssitz in Ramallah.

Abbas und Korei sollen trotzdem kommen

Ungeachtet der schweren Vorwürfe, die von der Ehefrau Suha Arafat gegen sie erhoben worden sind, will die derzeitige palästinensische Führung angeblich doch noch am Montag zum Krankenbett von Präsident Yasser Arafat reisen, der im französischen Percy-Militärhospital bei Paris behandelt wird. Das habe ihm der stellvertretende PLO-Chef Mahmud Abbas (Abu Mazen) bestätigt, sagte ein palästinensischer Minister, der namentlich nicht genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur AFP in Ramallah im Westjordanland.

Begräbnis in Kairo

Israel und Ägypten haben sich laut einem israelischen Zeitungsbericht unterdessen darauf verständigt, dass die offizielle Trauerfeier für Arafat in Kairo und die Beisetzung im Gaza-Streifen stattfinden soll. Durch die organisatorische Trennung der Trauerfeier vom eigentlichen Begräbnis solle den erwarteten Staatsgästen aus aller Welt eine Sicherheitskontrolle durch Israel erspart werden, meldete das auflagenstarke israelische Blatt "Yediot Ahronot" am Montag. (APA/AP/Reuters)

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    foto: reuters/elias

    Suha Arafat

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