Dornenwege zum Glück: H.A.P.P.Y-Telenovela und Bianca

17. Dezember 2004, 15:29
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Am Montag waren wir gemeinsam fernsehen. Schließlich, hatte Herr Tomtschek gemeint, habe man nicht alle Tage das Vergnügen ...

Vergangenen Montag waren wir gemeinsam fernsehen. Schließlich, hatte Herr Tomtschek gemeint, habe man nicht alle Tage das Vergnügen, im öffentlich-rechtlichen TV zu sehen, dass man vor knapp zehn Jahren Recht gehabt hatte. Herr Tomtschek drehte damals eine Telenovela. Genauer: Tomtscheks Nonsens- und Kunstkollektiv H.A.P.P.Y hatte eine Telenovela gedreht. Felicidad - Dornenwege zum Glück.

Der Plot: Ein junges Mädchen entbrennt in Liebe zu einem reichen Herrn, wird schikaniert - und kriegt den Knaben am Ende natürlich doch. Jeden Samstag wurde in der Sezession eine neue Folge gezeigt. Das Publikum stimmte über die nächste ab. Script am Sonntag, Dreh am Montag und Dienstag. Budget für 14 Folgen: 5000 Schilling.

Das Produkt begeisterte einen Sommer lang die Wiener Kunstszene. Es gab sogar einen mit rund 5000 Euro dotierten Preis. Als Schlussgag schickte Herr Tomtschek Dornenwege zum Glück an den ORF sowie alle deutschen Sender. Der Tenor der Absagen: "Unzumutbarer Schrott."

Nun, Jahre später, saß die H.A.P.P.Y-Bande gebannt vor dem Fernseher und sah Bianca - Wege zum Glück: Sehr ähnlicher Titel, identer Plot - und auch handwerklich so grottenschlecht wie das Original. Freilich gibt es einen Unterschied: Bianca stammt angeblich von Profis. Und ist ernst gemeint. (rott/DER STANDARD; Printausgabe, 6./7.11.2004)

  • Bianca
    foto: orf

    Bianca

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