Mindestens zehn Tote bei neuerlicher Gewalt in Südthailand

3. Dezember 2004, 14:36
posten

Vor allem Buddhisten unter Opfern

Bangkok - Bei neuerlicher religiös motivierter Gewalt im Süden Thailands sind seit Mittwoch mindestens zehn Menschen getötet worden. Nach Polizeiangaben vom Donnerstag waren neun der Opfer Buddhisten. Allein am Donnerstagmorgen wurden bei mehreren Angriffen in den vorwiegend von Moslems bewohnten südlichen Provinzen Pattani, Songkla und Narathiwat zwei Bahnarbeiter, ein Polizist, ein Verkäufer und ein ehemaliger hochrangiger Distriktbeamter erschossen. Ein buddhistischer Mönch wurde von einem Motorradfahrer angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Am Vortag waren fünf Menschen zum Teil mit brutaler Gewalt getötet worden.

Der moslemische Süden war schon immer ein Unruheherd in dem buddhistisch geprägten südostasiatischen Staat. In den 70er und 80er Jahren war er Schauplatz eines Aufstandes von Moslems, die die Unabhängigkeit von der Zentralregierung in Bangkok forderten. Seit in der vergangenen Woche bei einer Demonstration 87 Moslems gewaltsam ums Leben kamen, droht die seit Jahren schwelende Krise zu eskalieren. Eine moslemische Untergrundgruppe schwor in einer Internetbotschaft bereits Rache. (APA)

Share if you care.