Wahlwetten schlagen Prognosen der Blogger

9. November 2004, 10:26
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US-Wahl verdeutlicht subjektiven Charakter von Blogs

Wahlwetten haben den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl wesentlich zutreffender prognostiziert als die im Vorfeld der Wahl populären Blogs. Zu diesem Schluss kommt zumindest das IT-Portal Cnet. Die Mehrheit der Blogger hat bis zuletzt an einen Sieg des demokratischen Kandidaten John Kerry geglaubt. Der Sieg von George W. Bush offenbart nun den subjektiven Charakter der Online-Kommentare auch in ihrer Gesamtheit. Aber auch die traditionellen Exit Polls haben sich erneut als wenig aussagekräftig erwiesen, während die Prognosen vor der Wahl recht zutreffend waren, berichtet das Wall Street Journal (WSJ).

Quoten

Traditionelle Wettquoten haben laut Cnet gute Ergebnisse gebracht. So habe das Online-Wettbüro Betfair den Sieg von Bush mit Chancen von 2:1 prognostiziert. Rund 4,2 Millionen Dollar seien auf Bush, nur 1,2 Mio. Dollar auf Kerry gesetzt worden. Ansätze derartiger Prognosealternativen hat es auch hier zu Lande mit Wahlbörsen bereits gegeben. Die Treffsicherheit von Wahlbörsen hängt jedoch stark von Faktoren wie z.B. der Zahl der Trader ab. In Österreich konnten bei Betandwin Wetten auf den Sieg von Bush oder Kerry abgeschlossen werden: Am Tag der Wahl (Annahmeschluss: 13 Uhr) lag die Quote für Bush bei 1,60, für Kerry bei 2,05. Also auch im Kerry-freundlichen Österreich lagen die Wahlwetten richtig.

Prognosen

Eine gewisse Enttäuschung macht sich hingegen in den US-Medien bezüglich der Prognosen der Blogger breit. In der Welt der Blogs wurde mehrheitlich der Sieg von Kerry erwartet. Die Meinungen und Kommentare werden mit Interpretationen von Exit Polls, Links zu anderen Websites und allerlei Daten und Zahlen untermauert. Blogger hinter Websites wie Electoral-Vote.com versuchten nach dem Eingeständnis der Niederlange durch Kerry mit Spekulationen und Verweisen auf Mängel noch die Kurve zu kratzen. Letztendlich hat sich jedoch gezeigt, dass Blogs nur subjektive Interpretationen von Amateuren wiedergeben, die wohl eher mit einem Film von Michael Moore vergleichbar sind als mit Politik-Magazinen und Newsportalen. (pte)

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