Nasdaq 100: Ein deutliches Votum für G.W. Bush

1. Dezember 2004, 11:25

Die Börse honoriert Bush's Wiederwahl mit festeren Kursen

Nachdem sich am Tag eins nach der Wahl in Amerika eine Verlängerung der Amtsperiode des amtierenden Präsidenten Bush abgezeichnet hat, konnte im Zuge der herrschenden Euphorie am Markt über diesen Ausgang der Wahl der langfristige Abwärtstrend gebrochen werden.

Dennoch: Vorsicht ist angesagt, denn erstens steigt mit jedem Tick die Wahrscheinlichkeit für eine Umkehr und zweitens kann auch ein alter neuer Präsident kein Börsenwunder bewirken.

Widerstände dämpfen die Aussichten

Der amerikanische Index für Wachstumswerte, der Nasdaq 100, befand sich seit Beginn dieses Jahres in einem leichten Abwärtstrend, in welchem sich zwei markante Hochs herausgebildet haben. Vom ersten Hoch bei 1560 Indexpunkten aus nahm die erwähnte Abwärtstendenz ihren Lauf, das zweite Hoch etablierte sich Ende Juni auf einem Niveau von 1523 Punkten.

Ein signifikantes Tief erreichte der Nasdaq 100 Mitte August bei knapp 1300 Punkten. Von dort weg startete ein kurzfristiger Aufwärtstrend, welcher die vergangenen zweieinhalb Monate die Börse dominieren sollte. Nun wurde im Zuge dieses Aufwärtstrends die langfristige Abwärtstendenz am Tag nach der Wahl des nächsten amerikanischen Präsidenten nach oben durchbrochen.

Prinzipiell ist diese Tatsache für sich allein ein bullishes Signal, vorerst kam der Ausbruch jedoch genau an dem Widerstand aus dem Hoch von Ende Juni bei 1525 Punkten zu stoppen. Darüber befindet sich aus dem Jahreshoch resultierend ein weiterer starker Widerstand von 1560 Indexpunkten.

Stopmarken auf Unterstützungen setzen

Unterstützung hingegen kommt in geringem Masse vom Bereich bei 1508 Punkten. Danach ist mit einer Unterstützung im Bereich der gebrochenen Abwärtstrendlinie zu rechnen.

Purzeln die Kurse wieder in die vorangegangene Abwärtstendenz zurück, so könnte als letzte Unterstützung der kurzfristige Aufwärtstrend herhalten. Allerspätestens nach dem Bruch dieser kurzen Trendlinie wäre die Hoffnung schliesslich vom Tisch, dass die Seitwärtstendenz ein Ende gefunden hätte.

Markttechnik: Widersprüchliche Signale

Die markttechnischen Indikatoren malen ein unterschiedliches Bild der Marktverfassung: Der MACD ist erst Ende Oktober long gegangen und liesse weiter steigende Kurse erwarten. Etwas anders sieht dies beim Money Flow aus, welcher sich zuweilen als tendenzlos erweist. Die Stochastik hingegen spricht eine deutliche Sprache: Mit einem Wert von über 80 zeigt sie mittlerweile einen überkauften Markt an und verweht somit die Hoffnung auf weitere Kurssteigerungen.

Strategie

Der Ausbruch hat sicherlich bei einigen Marktteilnehmern Hoffnung ausgelöst, dass die Phase der Abwärtstendenz endlich vorbei wäre. Zu widersprechen wagen wir nicht. Dennoch muss festgehalten werden, dass die Luft dünner wird und wichtige Widerstände zu knacken wären.

Zudem sollte nicht ausser Acht gelassen werden, dass der Nasdaq 100 in den vergangenen zweieinhalb Monaten stark zugelegt hat und die Frage nicht unberechtigt ist, wie viele Punkte denn da noch zu machen sind. Vorsichtige Anleger werden sich auf diesem hohen Niveau vorerst aus dem Markt zurückziehen.

Spekulative Trader wollen vielleicht noch investiert bleiben und zuwarten, ob das Hoch von 1560 noch erreicht wird. Wer dabei bleiben will, sollte nach Rückkehr der Kurse in die Abwärtstendenz einen Ausstieg in Betracht ziehen. Allerspätestens nach dem Bruch des kurzfristigen Trends sollte man alle Long-Positionen glattgestellt haben. (Christian Kroboth und Wolfgang Weinmann)

Diese und weitere Analysen finden Sie auf der Homepage von Chartanalyst unter www.chartanalyst.at

Wolfgang Weinmann ist Herausgeber des Börseninformations-Service Chartanalyst

  • Artikelbild
Share if you care.