DAX: Wieder am oberen Rand der Seitwärtsbewegung

1. Dezember 2004, 11:25

Neue technische Impulse erst nach Überwinden zahlreicher Hürden...

Der deutsche Aktienindex hat sich in den vergangenen Wochen von seiner starken Seite gezeigt und mehrere Anläufe auf die Widerstandszone oberhalb von 4000 Punkten unternommen. Dabei konnte der Index zwei Mal hintereinander die Unterstützung bei 3836 Punkten als Startrampe benutzen.

Tiefere Kurse bekamen die Anleger in der Zwischenzeit nicht zu Gesicht, weshalb unsere Einstiegsmarken noch nicht erreicht wurden. Wir befinden uns daher zunächst in einer Warteposition.

Unterstützung bei 3836 gewinnt an Bedeutung

Der DAX konnte sich in den vergangenen Wochen tatsächlich über der anfangs noch recht schwach ausgeprägten Unterstützung bei 3836 Punkten halten und von dort aus immer wieder die Widerstandszone in Form des leicht abwärtsgeneigten Trendkanals in Angriff nehmen.

Auf diese Weise wurde der entsprechende Rückhalt deutlich gefestigt. Die seit einem Jahr bestehende Seitwärtsbewegung wird dadurch in zwei Teile geschnitten. Fällt der DAX unter Unterstützung bei 3836 Punkten zurück, muss mit weiteren Rückgängen in Richtung des starken Rückhalts bei 3576 gerechnet werden. In diesem Fall gibt es bei cirka 3700 Punkten noch eine Umkehrgelegenheit.

Hohe Hürden voraus

Solange sich der Index aber über 3836 Punkten hält, können noch weitere Tests der oberen Begrenzung der Seitwärtsbewegung unternommen werden. Hier trifft der Index ab 4080 bis 4175 Punkten auf ein Konglomerat aus Widerständen. Damit sich die mittelfristigen Aussichten nachhaltig verbessern, müsste diese Zone endlich einmal überwunden werden, was kein leichtes Unterfangen darstellt.

Markttechnik noch in Ordnung

Auch markttechnisch gesehen wird die Luft langsam dünner. Der MACD hat zwar erst vor kurzem ein Kaufsignal generiert, aber die Stochastik ist mittlerweile wieder im überkauften Bereich angelangt. Ein Verkaufssignal bleibt hier noch abzuwarten. Weiters notiert der DAX in der Nähe des oberen Bollinger Bands, welches die Kurse bremsen könnte. Um direkt auf einen Ausbruch über die Widerstandszone zu setzen, erscheint uns die Markttechnik zu wenig überzeugend.

Strategie

Der DAX befindet sich nach wie vor in einer breit angelegten Seitwärtsbewegung. Wir sehen daher keinen Grund zu voreiligem Handeln. In der längerfristigen Perspektive entsteht ein Kaufsignal erst dann, wenn das Jahreshoch bei 4175 geknackt ist. Im Fall von Rückschlägen bleibt ein spekulativer Einstieg bei 3840 nicht ohne Risiko, vorsichtigere Anleger werden erst bei 3700 oder besser 3580 Punkten aktiv. Letztere Marke bietet unverändert das beste Chancen-Risiko-Verhältnis. (Wolfgang Weinmann)

Diese und weitere Analysen finden Sie auf der Homepage von Chartanalyst unter www.chartanalyst.at

Wolfgang Weinmann ist Herausgeber des Börseninformations-Service Chartanalyst

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