ATX-Bullen haben sich wie erwartet durchgesetzt

1. Dezember 2004, 11:25

Der Aufwärtstrend wurde bestätigt, die Risiken bleiben aber bestehen

In unserer letzten Analyse des Wiener Leitindex haben wir darauf hingewiesen, dass eine Entscheidung über den weiteren Kursverlauf unmittelbar bevorsteht. Wir sollten Recht behalten: Wenige Tage nach der Analyse wurde die Broadening Formation entkräftet und der Aufwärtstrend bestätigt.

Der Index gab damit nach der zermürbenden Sommer-Lethargie eine klares, bullishes Lebenszeichen von sich. Unsere Strategie, investiert zu bleiben und einen Stop zu setzen bzw. sogar einen Neueinstieg zu wagen, hat sich auf jeden Fall ausgezahlt. Kürzlich erreichte der ATX ein neues Rekordhoch. Wie lautet nun die Strategie für November?

Mittelfristiger Aufwärtstrend wurde bestätigt

Die in der letzten Analyse dargestellte Broadening Formation, ein sich verbreiterndes charttechnisches Muster, wurde mit dem Kursanstieg von Anfang Oktober ganz eindeutig nach oben verlassen. Diese Formation verliert somit ihre Bedeutung als Gefahrenquelle und stellt für die Zukunft kein Risiko mehr dar.

Aus charttechnischer Sicht orientieren wir uns daher wieder ausschliesslich am Aufwärtstrend und den dazugehörigen Unterstützungen: Die seit Oktober des Vorjahres bestehende, steile Trendlinie ist im vergangenen Monat von 1980 auf cirka 2050 Indexpunkte vorgedrungen. Dort findet der ATX auch wegen des ehemaligen Widerstands eine kräftige Unterstützung.

Neue Unterstützungen bei 2050 und 2075

Dass der Markt im Moment sehr stark ist, wird auch dadurch angezeigt, dass die zuvor genannte Unterstützung nach dem Anstieg nicht einmal mehr von oben getestet wurde. Stattdessen hat der Index etwas höher bei 2075 Punkten eine weitere Unterstützung ausgebildet, die sogar schon einmal bestätigt wurde. Solange der Aufwärtstrend intakt ist und die entsprechenden Unterstützungen halten, bleibt der ATX ein ungetrübter Bullenmarkt.

Indikatorenbild wenig verändert

Die Markttechnik ist kurzfristig betrachtet noch positiv gestimmt. So weisen etwa der MACD oder die Stochastik intakte Kaufsignale auf. Letztere ist allerdings schon im überkauften Bereich angelangt und deutet somit auf das ansteigende Umkehrrisiko hin. Besonders auffällig bleiben weiterhin die mittelfristigen Divergenzen, die zwischen dem Kursverlauf und den Indikatoren MACD, Momentum und RSI aufgetreten sind. Sie müssen mittelfristig als Vorboten einer Trendwende angesehen werden.

Strategie

Der ATX hat nach einer mehrmonatigen Durststrecke Anfang Oktober wieder ein deutliches, bullishes Zeichen ausgesendet und den bestehenden Aufwärtstrend bestätigt. Solange dieser intakt bleibt, braucht man sich um den Index keine Sorgen machen und kann entsprechend investiert bleiben. Den Stop kann man jetzt bedenkenlos auf knapp 2050 Punkte nachziehen. Ein Neueinstieg erscheint auf dem aktuellen Niveau allerdings weniger reizvoll. (Wolfgang Weinmann)

Diese und weitere Analysen finden Sie auf der Homepage von Chartanalyst unter www.chartanalyst.at

Wolfgang Weinmann ist Herausgeber des Börseninformations-Service Chartanalyst

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