Der Höchste im Innviertel

    30. Oktober 2004, 13:44
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    Haugstein: Der Doppelgipfel im Sauwald sollte nicht nur Skifahrer anlocken

    Erst wenn genug Schnee zum Skifahren liegt, herrscht auf dem Haugstein reges Leben, sonst ist es auf dem höchsten Berg des Sauwalds – und damit des gesamten oberösterreichischen Innviertels – recht ruhig, nur wenige Wanderer zieht es auf den aus mächtigen Urgesteinsbrocken gebildeten Doppelgipfel mit gemauertem trigonometrischem Punkt und neuem Kreuz. Das durch die Donau von der Böhmischen Masse des Mühlviertels abgetrennte Gebiet hat fast archaischen Charakter und ist Schauplatz vieler sagenhafter Geschehnisse.

    Die am Wege liegende Jägerbildkapelle – im Volksmund und in der bodenständigen Literatur nur "Jagabild" genannt – erinnert an einen im Dienste der Passauer Bischöfe stehenden Förster, der im Jahre 1697 von Wilderern kopfüber an eine Buche gebunden wurde, an deren Fuß sich ein Ameisenhaufen befand. Als der Gefesselte in seiner Not die Gottesmutter anrief, erschien ein Hirsch, zerbiss die Stricke und rettete so das Leben des Forstmannes. Zum Jagabild führt auch ein Kreuzweg.

    Die Runde weist keinerlei Schwierigkeiten auf; dass man ein Stück auf unmarkiertem Weg wandern muss, spielt keine Rolle. Von einigen freien Flächen genießt man einen schönen Blick über das Donautal ins Mühlviertel und zum Bayerischen Wald. Das Gasthaus bei der Talstation des Skilifts ist nur in der Wintersaison geöffnet.

    Die Route: Nahe dem Gehöft Kothau kurz nach der Ortstafel der von Vichtenstein nach Süden führenden Straße beginnt am Waldrand die rote und blaue Markierung, die teilweise auf einem Fahrweg, zum Teil auf einem Steig zum oberen Rand der Skipiste und zum Gipfel führt. Gehzeit 1¼ Stunden. Es folgt der bequeme Abstieg zur Jägerbildkapelle, die man ab dem höchsten Punkt in einer halben Stunde erreicht. Nun wechselt man auf die scharf nach links führende, asphaltierte Forststraße, um zur Talstation des Lifts zu marschieren. Nach Passieren einer großen, freien Fläche hält man sich wieder links auf die unmarkierte Christophstraße, kommt an einem Gedenkstein vorbei und erreicht auf mäßiger Steigung die Anstiegsroute, auf der man zum Ausgangspunkt zurückkommt. Gehzeit ab Jägerbildkapelle 1¼ Stunden.

    Von Bernd Orfer

    Gesamtgehzeit 3 Stunden, Höhendifferenz rund 350 m. Kein Stützpunkt auf der Runde, Gasthäuser in Vichtenstein. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 13 (Engelhartszell)
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