Krill-Schwund könnte zu Hungersnot in der Antarktis führen

2. Februar 2005, 20:16
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Zahl der Kleinkrebse seit den 70er Jahren um etwa 80 Prozent gesunken - Pinguine und Meeressäugetiere betroffen

London - Walen, Robben und Pinguinen in der Antarktis droht möglicherweise eine Hungersnot, weil der Bestand an antarktischem Krill drastisch geschrumpft ist. Die Zahl der Kleinkrebse, die einen zentralen Platz in der antarktischen Nahrungskette haben, sei seit den siebziger Jahren um etwa 80 Prozent gesunken, berichten Angus Atkinson vom British Antarctic Survey und Kollegen im Fachjournal "Nature". Ursache dafür sei vermutlich die Klimaerwärmung, die das Eis schmelzen lasse.

Die Lufttemperatur auf der antarktischen Halbinsel sei in den vergangenen 50 Jahren um mehr als 2,5 Grad Celsius gestiegen - fünf Mal stärker als im weltweiten Durchschnitt. Dies habe zu einer großen Eisschmelze geführt. Die unter dem Eis lebenden Algen seien jedoch die Hauptnahrungsquelle des antarktischen Krills (Euphausia superba), was vermutlich den dramatischen Rückgang des Krillvorkommens erkläre.

Das Krillsterben wiederum ist nach Darstellung der Forscher möglicherweise der Grund dafür, dass die Bestände mehrerer Pinguinarten in den vergangenen Jahren geschrumpft sind. Auch zahlreiche andere Tierarten sind vom Krillschwund betroffen. Da der südliche Ozean ein wertvoller Fischgrund sei, drohten außer den Umweltfolgen auch wirtschaftliche Konsequenzen.(APA/dpa)

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