Eine Kulturgeschichte

9. Mai 2005, 14:12
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Mit der Kunsthalle am Wiener Karlsplatz kam Ende September ein Etablissement, das den Unterschied zwischen "Kunst" und "Kultur" erklärte, abhanden

Kulturpolitische Diskussionen scheitern fast immer an der falschen Verwendung der Begriffe "Kunst" und "Kultur". Ist es schwer, "Kunst" zu definieren, so könnte man "Kultur", das "Kultivieren", unzulässig verkürzt, als das Gegenteil von "Natur" deuten. Ende September ist ein besonders treffendes Beispiel, diesen Unterschied zu erklären, abhanden gekommen: Was in der Kunsthalle am Wiener Karlsplatz präsentiert wird, das ist "Kunst".

Wenn es der bisherige Gastronom dieses Museums aber über Jahre nicht fertig brachte, den Weißwein gekühlt zu servieren, das war eine Frage der "Kultur"! Auch, dass eben diese Kunsthallenrestaurantbetriebs Gesellschaft m.b.H. (3 S 85/04a, HG Wien) in Konkurs sollte - was aber in Ermangelung der Kosten des Verfahrens nicht geschehen konnte. Der Betrieb wurde übrigens von Bernhard Schlacher ("Motto") renoviert und repariert und wiedereröffnet.

  • Ein Verein kann "mit Bescheid aufgelöst werden, wenn er gegen Strafgesetze verstößt, seinen statutenmäßigen Wirkungskreis überschreitet oder überhaupt den Bedingungen seines rechtlichen Bestands nicht mehr entspricht", was nun u. a. dem Club Jazzland , dem Verein der Freunde der Mappe der Menschlichkeit und dem Verein zur Förderung der künstlerischen und kulturellen Aktivitäten am und rund um den Spittelberg beschieden wurde. (DER STANDARD Printausgabe, 04.11.2004)
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    foto: kunsthalle wien
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