Stress stört das Kurzgedächtnis

31. Oktober 2004, 10:00
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Bei Tieren wurde die Beeinträchtigung der Fähigkeit zum Planen, Denken und Urteilen beobachtet

Washington - Ein spezielles Enzym kann bei Stress und Aufregung das Kurzzeitgedächtnis stören. Das haben US-Forscher bei gesunden Ratten und Affen beobachtet. Die "Proteinkinase C" (PKC) spielt vermutlich auch bei manisch-depressiven Patienten und Schizophreniekranken eine wichtige Rolle.

Das Team um Amy Arnsten von der Yale-Universität in New Haven (Connecticut) wies nach, dass Stress - über die Aktivierung von PKC - die Fähigkeit zum Planen, Denken und Urteilen beeinträchtigen kann. Ihr Bericht ist im Fachjournal "Science" (Bd. 306, S. 882) vom Freitag veröffentlicht.

Angekurbelte Enzymaktivität

Demnach kurbelt schon milder Stress die Enzymaktivität an. Auch Bleispuren im Blut können dies auslösen. Mehr und mehr Studien zeigten, dass die PKC-Überproduktion verschiedene Funktionen in einem Teil der vorderen Hirnrinde (präfrontaler Kortex) beeinträchtigten, betonen die Forscher. Dort werden Gedanken geordnet sowie Verhalten und Gefühle gesteuert.

Bei Patienten mit manisch-depressiven Störungen sowie mit Schizophrenie funktioniert der präfrontale Kortex nicht richtig. Ein PKC-Blocker könne daher möglicherweise zur Behandlung dieser Leiden nützlich sein, meinen die Forscher. (APA/dpa)

  • Ein spezielles Enzym kann bei Stress und
Aufregung das Kurzzeitgedächtnis stören.
    foto: photodisc

    Ein spezielles Enzym kann bei Stress und Aufregung das Kurzzeitgedächtnis stören.

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