Guantanamo-Häftlinge verklagen Rumsfeld auf Schadenersatz

4. Dezember 2004, 17:01
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Vier Briten angeblich von US-Armee misshandelt - Pentagon weist Anschuldigungen zurück

Washington - Wegen angeblicher Misshandlungen haben vier ehemalige britsche Guantanamo-Häftlinge US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und mehrere US-Militärs auf Schadenersatz verklagt. Shafiq Rasul, Asif Iqbal, Rhuhel Ahmed und Jamal Al-Harith fordern insgesamt zehn Millionen Dollar (7,82 Mill. Euro) Entschädigung. Sie werfen der US-Armee vor, während der zwei Jahre ihrer Gefangenschaft wiederholt geschlagen, extremer Kälte und Wärme ausgesetzt oder mit dem Tod bedroht worden zu sein.

Außerdem seien sie mit Waffen oder mit Hunden bedroht und wegen ihrer Religion und ihrer Herkunft angegriffen worden. Neben Rumsfeld gehört unter anderem auch US-Generalstabschef Richard Myers zu den Beschuldigten. Die Klage beruft sich unter anderem auf ein von Rumsfeld autorisiertes Memorandum, das harte Verhörpraktiken erlaubt.

Das US-Verteidigungsministerium wies die Anschuldigungen zurück. "Die Vorwürfe sind falsch", sagte ein Pentagon-Sprecher. Die vier Verdächtigen seien in Afghanistan als illegale Kämpfer für das Terror-Netzwerk El Kaida festgenommen worden. Die US-Politik behandle alle Gefangenen in einer den gesetzlichen Verpflichtungen gemäßen Art, insbesondere gemäß Anti-Folter-Richtlinien. (APA)

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