Rund zehn Prozent mehr Publikum

27. Oktober 2004, 18:39
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Als Anziehungspunkt der Viennale '04 erwiesen sich die Dokumentarfilme - Prämiertes Weltkino

Wien - Obwohl in der Urania am Donnerstag noch ein langer "Bonus Track"-Tag sanft vom Festivalausnahmezustand zurück in den Kinoalltag geleitet, konnte die Viennale 2004 bereits am Mittwoch Erfreuliches bilanzieren: Wie Direktor Hans Hurch bekannt gab, ist dem am 15. Oktober gestarteten Filmfestival erneut eine Steigerung der Zuschauerzahlen um fast zehn Prozent gelungen - insgesamt wurden mehr als 81.000 Besucher gezählt.

Besonders bemerkenswert dabei: Die Auslastung der Dokumentarfilme habe jene der Spielfilme übertroffen. Damit habe sich die heurige Programmauswahl, die dem Dokumentarfilm außergewöhnlich großen Stellenwert einräumte, bewährt.

Prämiertes Weltkino

Offiziell ging das Festival Mittwochabend mit der Aufführung von Michael Mayers Familiendrama A Home at The End of The World und der Verleihung der Preise im Gartenbaukino zu Ende: Den Preis der STANDARD-Leserjury erhält in diesem Jahr der junge argentinische Regisseur Lisandro Alonso für seinen zweiten Spielfilm Los muertos. Alonso gelinge es in seiner Beobachtung eines geheimnisvollen Heimkehrers, so die Begründung, "simple Handlungsabläufe zu mythischer Qualität" zu erheben. Der Film, der auch als weiterer Beleg für die Vielseitigkeit des zeitgenössischen südamerikanischen Kinos gesehen werden kann, hat noch keinen Verleih in Österreich - mit der Auszeichnung wird er für einen Kinostart empfohlen und erhält kostenlosen Anzeigenraum.

Der Wiener Filmpreis im Gesamtwert von 17.000 Euro wurde an Hubert Sauper für seinen Dokumentarfilm Darwin's Nightmare vergeben. Sauper dokumentiert, ausgehend von der ökonomischen Erfolgsgeschichte des Viktoriabarsches und deren weit reichenden Verflechtungen und Auswirkungen, ein Stück globalisierter Gegenwart am Ufer des Viktoriasees in Tansania. Sauper habe mit Darwin's Nightmare einen "mutigen Dokumentarfilm und eine emphatische Globalisierungskritik" vorgelegt.

Den Fipresci-Preis der internationalen Filmkritik teilen sich Debra Graniks Debüt, die zurückhaltende Milieustudie Down to The Bone, und Los muertos. (irr/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.10.2004)

  • "Los Muertos"
    foto: viennale

    "Los Muertos"

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