ÖH kritisiert "kurzsichtige Lösung"

19. Februar 2005, 15:00
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Für den Grünen Wissenschaftssprecher Grünewald bleibt Gesamtsituation "verheerend"

Wien - Als "kurzsichtige Lösung" kritisierte die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) die am Montag erfolgte Einigung zwischen der Universität Wien und dem Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Studierende nach dem auslaufenden, alten Studienplan könnten zwar jetzt ihr Studium ohne weitere Verzögerung abschließen, das eigentliche Problem - Personalmangel - sei dadurch aber nicht behoben, heißt es in einer Aussendung am Mittwoch

Die "Scheinlösung" - wie Barbara Wittinger aus dem Vorsitzteam der ÖH es ausdrückte - könnte sich sogar negativ auswirken, indem die gravierenden Probleme an den heimischen Unis weiter verschleppt würden. Seitens der ÖH werde man sich mit der Symptombehandlung nicht zufrieden geben und weiterhin eine nachhaltige Lösung fordern.

Die ÖH-Vertreter wiederholten die Forderungen nach einer Sofort-Zuwendung von 100 Millionen für die Universitäten. Sie äußerten aber gleichzeitig die Befürchtung, dass Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) die Unis bereits aufgegeben habe. Sie überlasse Finanzminister Karl-Heinz Grasser das Ruder, anstatt für eine besseres Budget zu kämpfen.

Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald sprach von einer "Notoperation Publizistik". An der "verheerenden Gesamtsituation" ändere sich jedoch nichts. Es sei beschämend, dass überhaupt für die Beendigung eines Studiums Noteingriffe notwendig geworden seien. Der Bildungsministerin warf Grünewald "Hin- und Hergeschiebe von Verantwortung" vor.

Florian Liehr, Obmann der AktionsGemeinschaft (AG) bezeichnete die Einigung als eine "Lösung für den Moment". Es sei zwar zu begrüßen, dass die betroffenen Studenten ihr Studium nun abschließen könnten, es stelle sich aber die Frage, wie es nächstes Semester weitergeht. Liehr kritisierte auch das Institut für Publizistik. Es sei fraglich, warum nicht schon früher Initiativen gestartet worden seien, die bestehenden Probleme zu lösen. (APA)

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