"Jeder Schulstandort kann nicht garantiert werden"

2. Februar 2005, 17:43
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Die Opposition befürchtet, dass im Budget 2005 die Lehrer-Posten zu kurz kommen, Gehrer empfiehlt, sich nicht zu fürchten

"Man kann sich fürchten, wie man will, aber es gibt im Pflichtschulbereich weniger Kinder." Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) kann die Befürchtungen der Opposition, wonach im Budget für 2005 zu wenig Geld für Lehrer-Dienstposten vorgesehen sei, nicht nachvollziehen. Im neuen Finanzausgleich wurde die Verhältniszahl von Schülern pro Lehrer-Dienstposten fortgeschrieben, außerdem gebe zwölf Mio. Euro zusätzlich pro Jahr. Noch gar nicht im Budget verzeichnet wären zudem die Gehaltserhöhungen für die Pädagogen, da der Gehaltsabschluss noch nicht feststehe.

Voll abgedeckt

Im bis heuer geltenden "alten" Finanzausgleich ist festgelegt, dass jeweils ein Landeslehrer-Dienstposten für je 14,5 Volksschüler, zehn Hauptschüler, neun Schüler im Polytechnischen Bereich und für 3,2 Sonderschüler vom Bund bezahlt wird. Diese Verhältniszahlen sind im "neuen" Finanzausgleich (2005-2008) unverändert geblieben, zusätzlich erhalten die Länder pro Jahr zwölf Mio. Euro für die Erhaltung von Kleinschulen und/oder für den sonderpädagogischen Bereich. Damit können laut Gehrer pro Jahr 400 bis 450 zusätzliche Posten finanziert werden. Im Bundesschulbereich (AHS, BMHS) wiederum sei der zu erwartende Schüler-Zuwachs von rund 3.000 Jugendlichen voll abgedeckt worden.

Wenig Kinder - Keine Schule

Jeder Standort einer Kleinschule könne aber nicht garantiert werden, betonte Gehrer. Die Untergrenze, bis wann man noch von einer Schule sprechen könne, sei etwa zehn Kinder. "Wenn ich acht Kinder habe, und im nächsten Jahr zeichnet sich ab, dass es nur mehr fünf sind", müssten sich die Länder überlegen, ob sie die Schule nicht zusperren. Als Landesrätin in Vorarlberg habe sie etwa in Gargellen im Montafon eine Kleinschule mit nur wenigen Kindern eröffnet. Die Einwohner hätten sich "verpflichtet, dafür zu sorgen, dass in sechs Jahren wieder mehr Kinder da sind. Das haben sie aber nicht gemacht - jetzt ist die Schule wieder ein Lehrer-Skiheim." (apa)

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